Ängste positiv nutzen

Ängste positiv nutzen

Ängste positiv nutzen

Angst ist ein Gefühl, dass uns tagtäglich begegnen kann. Angst ist zudem ein wichtiger Mechanismus, der evolutionsbiologisch tief in uns verwurzelt ist und uns vor Gefahrensituationen schützen soll. Grundsätzlich sorgt sie also für einen positiven Effekt. Dennoch können uns Ängste auch lähmen und unser Leben negativ beeinflussen. Doch den richtigen Umgang mit Ängsten kann man lernen – und sie so als Chance wahrnehmen um sie als positive Kraft zu nutzen.

Angst löst unterschiedliche Verhaltensmuster aus

Jeder Mensch reagiert anders auf seine Angst und auch die Situationen, die Angst in uns auslösen können sehr verschiedenartig sein. Nicht nur unsere angeborenen Charaktereigenschaften, auch Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, wirken sich darauf aus, wie wir mit Angst umgehen.

Der Psychologe und Wagnisforscher Siegbert A. Warwitz ist davon überzeugt, dass es unser Leben bereichern kann, wenn wir uns unseren Ängsten stellen und den Umgang mit Risiken als Chance begreifen. Er hat die unterschiedlichen Spektren der Angst untersucht und im Zusammenhang mit dem individuellen Verhalten in acht Kategorien unterteilt:

•    Verdrängung: Dieses Verhalten versucht die Angstgefühle in einer Triggersituation zu verdrängen um
     sich der Situation zu stellen. 

•    Verharmlosen: Mit diesem Verhaltensmuster werden die oft als peinlich wahrgenommenen
     Angstgefühle vor sich selbst und vor anderen heruntergespielt.

•    Leugnen: Einen Schritt weiter geht das Leugnen, wobei die Anzeichen der Angst ausgeblendet oder
     vor anderen versteckt oder verleugnet werden.

•    Vermeiden: Hier wird versucht, den angstauslösenden Faktoren oder Situationen gezielt aus dem
     Weg zu gehen.

•    Verallgemeinern: Mit diesem Verhaltensmuster wird versucht, Angst als allgemein verbreiteten
     Zustand zu erklären, um sich selbst aus der als negativ empfundenen Sonderstellung zu befreien.

•    Übertreiben: Bei diesem Verhalten wird versucht, sich durch wiederholte und oft übertriebene
     Schutzmaßnahmen ein gewisses Sicherheitsgefühl zu vermitteln. 

•    Heroisieren: Hier werden die emotionalen Aspekte des Angstgefühls akzeptiert und gezielt gesucht,
     um sich in der Triggersituation ein wenig als Held fühlen zu können. 

•    Bewältigen: Dies ist das zielgerichtetste Verhaltensmuster im Umgang mit Angst. Hierbei wird
     versucht, sich mit der Angst auseinanderzusetzen, sie in einem realistischen Maß zu akzeptieren –
     als hilfreiche Schutzreaktion, die allerdings nicht unser Leben dominieren sollte.

Viele erkennen sich in diesen Punkten vielleicht wieder. Oftmals wenden wir bei verschiedenen Ängsten auch unterschiedliche Verhaltensmuster an. In verschiedenen Fällen kann eine gesunde Angst auch überhandnehmen, ein natürliches Verhalten blockieren oder uns sogar handlungsunfähig machen. Diese Reaktion kann sich durch negative Erfahrungen verstärken und zum Problem werden, wenn Ängste dann unser Leben beherrschen.

Paradebeispiel Lampenfieber

Eines der besten Beispiele für einen positiven Umgang mit Angst und dessen Einfluss auf unser Verhalten ist das Lampenfieber. Jeder, der schon einmal vor einer Menschenmenge stand und einen Vortrag halten oder eine künstlerische Darbietung präsentieren sollte, weiß, welche starken körperlichen Reaktionen dies in uns auslösen kann. Von schweißnassen Händen über zitternde Knie bis hin zu unkontrollierbarer Übelkeit können die verschiedensten Symptome auftreten.

Im Grunde ist dies ein Mechanismus um unseren Körper in höchste Anspannung zu versetzen. Die verschiedensten Ängste sorgen für diese besondere Stresssituation. Versagensangst, Angst vor Bloßstellung oder auch Angst im Mittelpunkt zu stehen. Auch wenn keine direkte Gefahr für unser Leben besteht, schüttet der Körper dann verstärkt Adrenalin und Noradrenalin aus.

Dies wiederum kann unsere Leistungsfähigkeit steigern. Wenn wir erst einmal mit dem Vortrag angefangen haben, das Lied angestimmt und die Menge lauscht, wachsen wir dann oft selbst über uns hinaus – das Angstgefühl weicht einer Euphorie. Unser ganzer Körper steht unter Strom und wir sind voll und ganz in unserem Element. So ist die Angst eine enorme Kraftquelle, die uns dabei helfen kann, Höchstleistungen zu erbringen.  

Angst als Antrieb begreifen

Wer es also schafft, sich darauf zu konzentrieren, den positiven Effekt der Angst als Motivationsschub und Starthilfe für den anstehenden Auftritt zu nutzen, kann so von seinem Lampenfieber profitieren. Auch alte Bühnenhasen sind oft nicht von Lampenfieber verschont. Doch natürliche wissen sie nicht nur, was gleich auf sie zukommt, sondern auch, was sie zu leisten imstande sind. Sobald sie den Sprung ins kalte Wasser also hinter sich gelassen haben, stellen sich dann schnell die positiven Effekte dieser Angst ein.

Ein Zusammenhang mit Anderen Ängsten wie etwa Prüfungsangst ist hier fließend. In beiden Fällen stehen wir unter dem Druck eine besondere Leistung erbringen zu müssen. Auch dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Angst zu überwinden. Um die erste Hürde mit den körperlichen Angstreaktionen zu überwinden hilft es, sich in Achtsamkeit zu trainieren, Atemübungen zu nutzen, sich sein Können ins Bewusstsein zu rufen oder auch einfach Arme und Beine zu lockern um die starke Anspannung loszuwerden.

Auch Menschen, die unter Lampenfieber leiden, wenden solche Maßnahmen erfolgreich an, um die Angstsymptome in den Griff zu bekommen. Wer sich zudem gut auf eine Prüfungssituation oder einen Vortrag vorbereitet, kann sich in der beklemmenden Situation ebenfalls besser auf das Antrainierte besinnen. Übung macht auch hier den Meister. Ausprobieren vor dem Spiegel oder vor Freunden im Vorfeld können für etwas Routine und eine gewisse Sicherheit sorgen. 

Ängste verstehen und Reaktionen gezielt steuern lernen

Den negativen Auswirkungen der Angst können wir jedoch gezielt entgegensteuern, wenn wir verstehen, wie sie funktioniert und welche Mechanismen sie in uns auslöst. Indem wir uns auf einzelne körperliche Reaktionen konzentrieren oder auch schrittweise immer größere Herausforderungen angehen.

Der erste Schritt ist also jedes Mal, genau herauszufinden, welche Faktoren im Detail für die Angst verantwortlich sind. Durch verschiedene Achtsamkeitsübungen können wir in uns hineinspüren und zudem erkennen, welche spezifischen Reaktionen die Angst jeweils in uns auslöst. Durch bewusstes Reflektieren können wir zudem erkennen, welche Verhaltensmuster die Situation dabei bei uns auslöst. Jede Angst ist individuell und jeder muss für sich eine geeignete Lösung finden, um mit ihr umzugehen:

Visualisieren der idealen Situation

Bei dieser Vorgehensweise setzt man sich gezielt mit der angstauslösenden Situation auseinander. Dann wird versucht, die Situation mit positiven Emotionen in Verbindung zu bringen. In Gedanken, stellt man sich die Gegebenheit genau vor und spielt den Verlauf durch – mit einem positiven Ergebnis.

Dies kann auch im Rahmen einer Meditation geschehen, um uns noch stärker darauf zu fokussieren. Auch das Prinzip der „Energetischen Informationspunkte“ kann hier sinnvoll sein. Durch die Stimulation der passenden Energiepunkte bekommen wir einen zusätzlichen Reiz, der das Verinnerlichen der positiven Affirmation noch verstärkt.

Indem wir uns ein erfolgreiches Meistern der Angstsituation ganz konkret vorstellen, können wir unser Gehirn für den Ernstfall trainieren. Dann fällt es uns nämlich leichter, auch wenn uns die Angstsymptome zu überwältigen drohen, uns auf eine zielführende Verhaltensweise zu konzentrieren.

Angst Schritt für Schritt bewältigen

Das schrittweise Steigern, um sich der eigentlichen Angstsituation anzunähern eignet sich ebenfalls für verschiedene Situationen. So verliert die bedrohliche Situation ihren unbezwingbaren Charakter. Mit jedem Mal wachsen wir ein weiteres kleines Stück über uns hinaus und lernen, dass wir stärker sind, als wir dachten.

Ziele setzen

Ängste schränken uns oftmals dabei ein, uns ungehindert zu entfalten oder bestimmte Dinge in Angriff nehmen zu können. Setzen wir uns bestimmte Ziele, gibt uns dies Kraft und die Motivation, sie erreichen zu wollen. Auf dem Weg dorthin müssen wir uns dann den Ängsten stellen.

Auch hier hilft es, uns die Ziele detailliert auszumalen, sie zu visualisieren und mit positiven Emotionen zu verbinden. In einer Angstsituation können wir uns dann unser Ziel vor Augen rufen. Die positiven Bilder vor unserem inneren Auge helfen dann dabei, das Gefühlschaos in den Griff zu bekommen und negative Bilder beiseitezuschieben.

Wachsen mit der Angstbewältigung

Indem wir es schaffen, uns unseren Ängsten zu stellen, gewinnen wir nicht nur an Lebensqualität, wir wachsen auch mental. Die Tatsache, solche Krisensituationen meistern zu können, gibt uns Kraft und lässt uns auch in anderen Situationen mutiger werden.

Die erlernten Mechanismen, die sich in der einen Situation als hilfreich erwiesen haben, lassen sich unter Umständen auch auf andere übertragen. Wir wissen, dass wir auch neue, unbekannte und möglicherweise angsteinflößende Umstände bewältigen können. Durch die Aneignung verschiedener, individuell funktionierender Strategien lässt sich so auch die allgemeine Resilienz steigern.

Bildquellen:
Bild 1: pixabay.com © doctor-a
(CCO-Lizenz, public domain)
Bild 2: pixabay.com © geralt (CCO-Lizenz, public domain)
Bild 3: pixabay.com © bungeeinternational (CCO-Lizenz, public domain)

 


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