Zeit zu zweit

Sylvia Bieber - Autorin bei ViGeno

Zeit zu zweit

 

von Sylvia Bieber 
 

 

„Zeit, die wir uns nehmen,
ist Zeit, die uns etwas gibt.“

(Ernst Ferstl)

Erinnern Sie sich noch? Damals, als Sie frisch verliebt waren, spielte Zeit keine Rolle. Der Himmel hing voller Geigen und irgendwie war ein heimliches Treffen immer möglich, egal zu welcher Tageszeit. Sie gingen endlos verliebt spazieren. Das Kinoprogramm kannten Sie auswendig und die kuscheligste Sitzreihe war Ihre. Gemeinsam fuhren Sie jedes Wochenende an einen anderen romantischen Ort und schauten sich bei einem Glas Rotwein verzaubert in die Augen. Wo nur, fragen Sie sich, ist diese Zeit geblieben?

Eine funktionierende Paarbeziehung, braucht Pflege. Sicher wird niemand dieser Aussage widersprechen und trotzdem gehen Beziehungen aus eben diesem Mangel an Pflege auseinander.

Irene und Heinz, ein seit 26 Jahren verheiratetes Paar mit zwei erwachsenen Kindern, die allerdings schon aus dem Hause sind, sitzen mir in meiner Coachingpraxis gegenüber und werfen sich gegenseitig diesen Mangel vor. Er meint, dass sie all die letzten Jahre nur Augen und Ohren für die Belange der Kinder gehabt hätte und sie kontert damit, dass er sowieso keine Zeit für die Familie hatte, insofern musste sie ja zu Hause alles alleine stemmen. „Ich bin nur deshalb immer so spät gekommen, weil Du sowieso keine Zeit für mich hattest“, kommt von ihm. Daraufhin sie: „Wenn ich auf Dich hätte warten wollen, würde ich heute noch warten.“ Und somit beißt sich die Katze in den Schwanz.

Mein Einwand, wie oft sie ihre zwei Autos zur Inspektion, bzw. Pflege in die Werkstatt bringen würden, lässt sie in ihrem Schlagabtausch innehalten. Zweimal jährlich zum Reifenwechsel, hin und wieder ein Ölwechsel und ca. alle 20.000 km, kommt die Antwort. „Und wie oft „überholen“ Sie Ihre Beziehung, welche Pflegemittel lassen Sie dieser angedeihen?“ Auf diese Frage schauen mich beide verdutzt an. „Was meinen Sie damit?“ kommt die Gegenfrage.

„Ich meine damit, dass eine Ehe und ganz besonders eine langjährige Ehe, mehr braucht, als einen Trauschein und das Vertrauen, dass es schon irgendwie funktionieren wird. Es braucht Pflegemittel der besonderen Art, nämlich Aufmerksamkeit, Zuhören und sich Mitteilen.“ Um all dies bewerkstelligen zu können, braucht es Zeit – Zeit zu zweit.

Was Irene und Heinz (und auch Sie) ab jetzt gemeinsam tun können

Der erste Schritt sollte der sein, gemeinsam für die nächsten acht Wochen verbindliche Termine zu finden und diese in die jeweiligen Kalender einzutragen. Einen Termin von mindestens einer Stunde pro Woche sollten sie schon finden und dann diesen genauso gewissenhaft wahrnehmen, wie sie ein geschäftliches Treffen realisieren würden. Lassen sie absolut nichts dazwischen kommen. Sollte ein Termin doch einmal unmöglich sein, finden sie dafür einen Ersatztermin. Die Handys schalten sie am besten aus. Auch das Radio oder der Fernseher sollten nicht für Ablenkung sorgen. Lassen sie die Aufmerksamkeit ganz und gar beieinander. Genießen sie die volle gegenseitige Zuwendung.

Vermeiden sie zumindest anfangs Problemgespräche. Meist verfällt der Mann schnell in Lösungsfindungen und die Frau fühlt sich nicht verstanden, weil sie einfach nur erzählen wollte. Ein Mann, der einer Frau bis zu Ende zuhört, ohne Lösungen zu präsentieren, ist für viele Frauen weit attraktiver.

Haben sie keine Angst, dass der Gesprächsstoff ausgeht. Es ist nicht tragisch, einfach miteinander zu schweigen. Nur beieinander zu sitzen, sich in die Augen zu schauen und zu wissen, dass kein Ziel erreicht, keine Lösung für irgendetwas gefunden werden muss, stärkt die Verbundenheit und lässt die Liebe neu erblühen. Schwelgen sie durchaus auch in positiven Erinnerungen. Sätze wie: „Weißt Du noch, damals…?“ führen zu gemeinsamen Erlebnissen zurück, an die starke Gefühle gebunden sind.

All das stärkt das Wir-Gefühl. Klingt banal, ist aber wissenschaftlich erwiesen: Die ungestört gemeinsam verbrachte Zeit ist das Pflegemittel, das jede Beziehung bestehen und stabilisieren lässt.
Mit der gemeinsamen Zeit, die sie sich sich bewusst für den Partner nehmen, kommt meist auch die Freude am Leben zu zweit zurück.

Irene und Heinz starten mit diesen wöchentlichen Treffen. Es ist ein Anfang, die Grundlage für weitere Übungen, die wir nach und nach während der weiteren Beziehungscoachings erarbeiten.

Herzlichst
Sylvia Bieber

Hier mehr interessantes zum Thema "BewusstSEINCoaching" von Sylvia Bieber.

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3

 


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