Wie Gefühle entstehen

Sylvia Bieber - Autorin bei ViGeno

Gefühle, wie entstehen Gefühle

 

von Sylvia Bieber -

 

Wie Gefühle entstehen
Es sind einige Wochen vergangen. Irene und Heinz kommen wieder in meine Coaching-Praxis und geben Feedback über ihr Miteinander während der vergangenen Zeit. Sie haben es tatsächlich geschafft, wöchentlich ihre Zwiegespräche zu halten. Sie haben sich auch darin geübt, Worte für ihre guten und schlechten Gefühle zu finden, haben sich geschult, über sich selbst zu sprechen, also in Ich-Aussagen, anstatt in die anklagenden Du-Formulierungen zu fallen, auch wenn das hin und wieder passiert ist.

Heute sitzen sie mir gegenüber und wünschen sich, verstehen zu können, weshalb sie sich überhaupt gut oder schlecht fühlen. Sie möchten lernen, ihre Gefühle besser zu steuern, bevor diese sie übermannen und sie dann den Partner entsprechend angreifen.

Irene schildert eine Situation aus der letzten Woche: „Heinz hatte mir versprochen, am Freitag pünktlich nach Hause zu kommen, weil wir abends bei Freunden zum Essen eingeladen waren. Da er nicht der pünktlichste ist, hatte ich es ihm am Morgen extra nochmal eindringlich ans Herz gelegt. Insgeheim hatte ich die Befürchtung, er könnte es trotzdem wieder vergessen. Und genau das geschah auch. Er kam und kam nicht nach Hause. Sein Handy war aus, sodass ich ihn auch nicht anrufen konnte. Ich war stinke wütend und sagte mit diesem Gefühl unseren Freunden kurzfristig ab. “

Heinz greift ein: „Ich war auf dem Weg nach Hause, als mein Freund Richard mich anrief und mir vorschlug, auf ein schnelles Wochenend-Einläut-Bierchen in die Kneipe an der Ecke zu kommen. Ich hatte Richard schon einige Wochen nicht mehr gesehen und freute mich sehr über diesen Vorschlag. Ich wollte es jedoch bei einem Bier belassen, weil ich zu diesem Zeitpunkt unsere Verabredung mit den Freunden durchaus im Kopf hatte.

Dann jedoch kamen wir ins Reden und ich vergaß Zeit und Raum. Als ich dann gegen 22 Uhr nach Hause kam, keifte mich Irene bitterböse an und schlagartig wurde mir bewusst, was ich verbrochen hatte. Ich kam gar nicht mehr dazu, Irene irgendetwas zu erklären, z. B., dass mein Handy noch auf Flugmodus stand, weil ich es wegen einer Geschäftsbesprechung so eingestellt hatte. Blitzartig hatten wir einen Riesenkrach, der sich das ganze Wochenende hinzog und uns dieses entsprechend vermieste.“

Viele Menschen glauben, so auch Irene und Heinz, dass äußere Ereignisse ihre Gefühle produzieren. In oben geschilderter Situation denkt Irene z. B., dass sie wütend ist, weil Heinz nicht nach Hause kam.

Und Heinz fühlt sich schuldig, weil er sein Versprechen gebrochen hat. Doch diese Gefühle entstehen in uns selbst. Denn wir entscheiden darüber, wie wir über eine Situation denken und wie wir diese bewerten. Und so, wie wir denken, fühlen wir uns dann.

Dieses Gefühl können wir in Millisekunden nach dem Ursprungsgedanken fühlen. Und wir können dieses Gefühl meist auch irgendwo im Körper spüren, oft als heißes Brennen im Solar-Plexus bei Wut oder als Kloß im Hals bei Scham.

Ich frage Irene, was sie während des Wartens auf ihren Mann gedacht hat. Nach kurzem Überlegen erzählt sie: „Zuerst dachte ich, hoffentlich hat er es nicht vergessen. Dann kamen Gedanken von ‚ich hab‘s ja gleich gewusst, dass er wieder zu spät kommt‘ und ‚immer das selbe mit ihm‘. Als ich ihn dann auch telefonisch nicht erreichen konnte, wurde ich fast panisch, weil ich dachte, es könnte ihm etwas passiert sein.“

Auf Nachfrage bei Heinz erfahre ich: „Ich dachte sofort, Sch… ich hab‘s vergessen. Ich hätte gleich anrufen sollen, dann wäre das nicht passiert. Ob sie mir das verzeiht, wie wird das jetzt wohl ausgehen? Am besten sage ich nichts und lasse das Donnerwetter wortlos über mich ergehen.“

Beide erkennen, dass ihre Gedanken ihre jeweiligen Gefühle ausgelöst haben. Da uns diese gedanklichen Vorgänge jedoch meist nicht bewusst sind, werden uns nur unsere Gefühle bewusst. Sind diese von negativer Natur haben wir dann oft noch die Tendenz, diese nicht fühlen zu wollen.

Dann sind wir geneigt, unsere Gefühle zu verharmlosen, zu negieren oder zu unterdrücken. Heinz merkt sofort, dass das seine Strategie ist, mit Gefühlen umzugehen. Die andere Seite der Medaille ist die, dass wir unserem Gegenüber unsere Gefühle verbal um die Ohren schlagen, damit wir uns entlastet fühlen können. Dies hat Irene praktiziert.

Wie können wir adäquater mit Gefühlen umgehen?
Ein heilsamerer Umgang mit Gefühlen ist es, diese in der Tiefe wirklich zu fühlen. Sie da seinlassen, geschehen lassen - „einfach“ fühlen. Nichts damit tun wollen, auch nicht kontrollieren, sondern in der Tiefe fühlen.

Das klingt so einfach und ist gleichzeitig so unendlich schwer. Es macht auch keinen Sinn Gefühle über das Denken „wegmachen“ zu wollen, sie quasi mit dem Denken kontrollieren zu wollen. Nein, es geht einzig und allein darum, die Gefühle zu fühlen. Zu erkennen, dass sie eine Reaktion darauf sind, was wir erleben, was andere sagen oder tun.

Was hätte Irene also tun können? Irene kommt von alleine darauf. Sie sagt: „Ich hätte mich  hinsetzen und fühlen können, dass ich total wütend werde, wenn ich weiterhin warte. Ich hätte mich entscheiden können, alleine zu unseren Freunden zu gehen, als ich bemerkte, dass Heinz nicht kommt. Ich hätte mich für die Freude am gemeinsamen Essen entscheiden können.“

Was hätte Heinz tun können? Auch er ergreift sofort das Wort: „Ich hätte meine Schuld fühlen und mich daraufhin bei Irene entschuldigen können, anstatt mich in mich selbst zurückzuziehen und die Worte an mir abprallen zu lassen.

Nach diesen Worten schauen sich beide ziemlich perplex an und beginnen zu lachen. „So einfach soll das sein!?“ Nein, es ist nicht einfach, jedoch ist es durchaus zu lernen. Wir können täglich üben, unsere Gefühle wirklich in der Tiefe zu fühlen und Verantwortung für sie zu übernehmen. Wenn wir dann noch in der Lage sind, diese Gefühle zu verbalisieren, sind wir auf einem sehr guten Weg. Einem Weg, der uns nahbar macht.

Ich werde wieder berichten, wie es mit Irene und Heinz weitergeht. Bis dahin wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser eine gefühlvolle Zeit.

Herzlichst
Sylvia Bieber

Hier mehr interessantes zum Thema "BewusstSEINCoaching" von Sylvia Bieber.

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