Wo gehen die Verstorbenen hin

Ina Maria von Ohr - Autorin bei ViGeno

Wo gehen die Verstorbenen hin?

 

von Ina Maria von Ohr -

 

Die christliche Religion lehrt uns, daß die „Guten“ in den Himmel und die „Bösen in die „Hölle“ kommen. Der Himmel liegt bekanntlich irgendwo über der Erde, sehr weit weg von uns und ist überaus hell. Ein Zurückkommen aus derart lichten Höhen scheint unmöglich zu sein. Außerdem soll ja in diesen Bereichen die reine Glückseligkeit herrschen, so daß auch niemand wieder auf die Erde zurück wollte, der einmal dort gewesen ist.

Gibt es andere Hinweise, außer den amtlichen Religionen, die uns befriedigende Auskunft über die Heimstätten der Verstorbenen geben könnten?

In meinem Buch „Die Menschheitslüge, wer wir wirklich sind“ berichtete ich über die riesigen Bodenlinien in der  Wüste Nazca. Die Ersteller dieser ungeheuren Bodenarbeiten waren der Ansicht, daß ihre verstorbenen Anverwandten in bestimmten von Ihnen sehr wohl bekannten Bereichen des Erdmantels zu Hause wären.

Durch die Erstellung dieser Bodenzeichnungen wollten sie ihren Lieben die nötigen Kräfte zukommen lassen, damit sie in ihrem jenseitigen körperlosen Leben keinen Mangel leiden sollten.

Manche Indianerstämme bahrten ihre Toten auf großen Gestellen auf und stellten ihnen dann Tierfiguren –wie etwa Bären – zur Seite, die sie in die neue Heimat begleiten sollten. Bären sind bekanntlich sehr bodenständige Tiere, die in der Regel nicht mit dem Himmel in Verbindung gebracht werden. Im Winter ziehen sie sich im Gegenteil gerade in Erdhöhlen zurück, um die ungemütliche Jahreszeit zu verschlafen.

Im alten Ägypten legten die Hinterbliebenen den Verstorbenen Darstellungen des Skarabäuskäfers auf die Brust, damit dieser den Hinübergehenden in den dunklen Bereichen den Weg erleuchten sollte. Bei Berichten über Nahtoderfahrungen wird immer wieder von einem langen dunklen Tunnel berichtet, der erst durchschritten werden muss, bevor man in die Helligkeit und zu den bereits vorher Verschiedenen gelangt.

Die Vorfahren der Deutschen sollen sich laut innerer Betrachtung im Harz im heutigen Scharzfeld versammelt haben, um mit den Ahnen zu sprechen. Auch sie schienen nicht nur geahnt, sondern genau gewußt zu haben, wo sich die Verstorbenen befinden. Nun hat das deutsche Volk darüber hinaus eine wunderbare Angewohnheit.

Es gibt alle Weisheiten zwischen Himmel und Erde in Form der immer noch überlieferten Märchen von Generation zu Generation weiter. In diesen Märchen wird bereits den Kindern mit einfachen Worten erklärt, wie die Welt aufgebaut ist. Sehen wir uns doch zu dem Wissensgebiet der Ahnenheimstätten das Märchen der Frau Holle an.

Ohne weiter auf die Handlung einzugehen, fällt bereits bei dem Namen Frau „Holle“ eine enge Verbindung mit dem Wort „Hölle“ auf. Gehen die Menschen vielleicht, wenn sie zur „Hölle“ gehen eigentlich zur Frau Holle? Und wenn ja, wer ist dann diese Frau Holle? Wurde der eigentliche  Name der Frau Holle durch eine mundartliche Färbung aus dem Namen Frau „Helle“ ? Sehen wir uns das Reich der Frau „Holle“ doch einfach mal im Märchen an. Was wird seit langen Zeiten unseren Kindern denn so erzählt?

Eine schöne aber sehr stiefmütterlich behandelte Königstochter sollte aus einem sehr tiefen Brunnen Wasser für den Haushalt holen. Sie beugte sich herab und fiel vor lauter Überarbeitung erschöpft hinein – der auch als lange dunkle Röhre gesehen werden könnte. Unten angekommen, war sie unverletzt und konnte sich sofort aufmachen durch ein Tor zu gehen und kam danach in das Reich der Frau „Holle“.

Diese war eine sehr liebe, mütterliche, ältere Frau, die dem Mädchen alles Erdenkliche beibrachte. Die Königstochter mußte bei allen weiblichen Tätigkeiten helfen und wurde fachgerecht angeleitet. Es soll schön und sehr hell im Reich der Frau „Holle“ gewesen sein, so dass sie gar nicht mehr nach Hause wollte.

Sie half der guten Frau auch dabei die Federbetten auszuschütteln, wobei immer viele Federn vom Fenster auf die Erde fielen. Wenn dies geschah, soll es laut Märchen bei uns auf der Erde schneien. Und tatsächlich sieht eine verschneite Landschaft immer viel heller aus als eine trostlose graue Winterlandschaft. Die Schneeflocken bringen zu uns durch ihren inneren Aufbau das Licht des Reiches der Frau „Holle“ –„Helle“.

Eines Tages schickt Frau „Helle“ das Mädchen wieder auf die Erde zurück. Sie war der Meinung, nun habe es genug gelernt und es sei an der Zeit wieder zu seinen Lieben zu gehen, um ihnen all ihren Reichtum in Form der Weisheit zu bringen. Die Königstochter ging zum Ausgang des Reiches und fand wieder das Tor, durch das sie hineingelangt war.

Sie schritt hindurch und während sie durch das geöffnete Tor ging, fielen auf sie Gold und Edelsteine, so daß ihr Kleid davon ganz bedeckt ward. Das Gold und die Edelsteine klebten so fest, daß nichts von dem Glück verloren ging. Hinter dem Tor befand sich an der Seite des Brunnens eine Treppe, die sie hinaufsteigen konnte und ehe sie es sich versah, war die Königstochter wieder auf der Erde und konnte noch den vollen Eimer mit Wasser mit nach Hause nehmen. Alle bewunderten die ansonsten ungeliebte Tochter und waren sehr erstaunt über die reichen Schätze, die sie mitbrachte.

Nachdem der Vater seine reich beschenkte Tochter gesehen hatte, schickte er auch seine zwar schöne jedoch garstige Tochter zum Brunnen. Auch sie sollte in das Reich der „Frau Helle“ gehen und reich beladen mit Schätzen wiederkommen. Sie tat wie ihr geheißen, ließ sich in den Brunnen fallen, landete ebenfalls wohlbehalten unten auf dem Grund und fand ebenso wie ihre Schwester das Tor, das in das Reich der „Frau Helle“ führte.

Sie wurde von der mütterlichen „Frau Holle“ empfangen und gleich in die Arbeit eingewiesen. Da sie vom Wesen her garstig war, weigerte sie sich, irgendwelche Arbeiten auszuführen. Auch neues Wissen wollte sie nicht lernen. Sie war widersetzlich, garstig und faul. Als auch ihre Zeit in dem hellen Reich der  „Frau Holle“ um war, schickte „Frau Helle“ auch sie wieder zurück auf die Erde.

Die Königstochter freute sich schon sehr und konnte es gar nicht erwarten ebenfalls durch das Tor hinauszugehen. Wie war sie doch überrascht, daß, als sie sich unter dem Torbogen befand, kein Geschmeide und Glück, sondern stattdessen Schwefel und Pech auf sie niederprasselten. Sie eilte die Treppe neben dem Brunnen hinauf, fand oben den immer noch leeren Wassereimer. Sie nahm diesen, ging damit ins Schloß, und wollte sich bitterlich beklagen.

Alle Menschen, denen sie unterwegs begegnete sahen plötzlich ihre Hässlich- und Garstigkeit. Selbst ihr Vater konnte nicht umhin, sie im rechten Licht wahrzunehmen. Nach ihrem Wiederkommen kamen die alten Fehler überdeutlich ans Tageslicht, so daß alle sie mieden.

In diesem Märchen wird die Heimstatt der Hinübergegangenen als hell, freundlich und von einer gütigen Mutter verwaltet beschrieben. Weiterhin wird berichtet, dass es sehr wohl möglich ist, aus der Erde über eine Treppe oder vielleicht auch durch den Brunnen wieder ans Tageslicht zu gelangen. Im Unterirdischen Reich wird gearbeitet und gelernt.

Je nach Erfolg bringen die Auferstandenen ihre Wissensschätze mit auf die Erde. Hier wird beschrieben, daß diejenigen geradewegs wieder auf die Erde gelangen – also auferstehen. Auf eine Wiedergeburt wird in diesem Märchen nicht eingegangen. Die Vorfahren der Deutschen waren also wie die Indianer und die Ägypter der Meinung, daß die Dahingegangenen ihre Heimstatt in den Tiefen der Erde haben und keinesfalls im Weltraum oder im „Himmel“. 

Wenn die Verstorbenen sich in unmittelbarer Nähe zu uns Lebenden – nämlich nur in unterirdischen hellen Lebensbereichen – aufhalten, dann ist es sehr wohl möglich Verbindung mit Ihnen aufzunehmen. Wir Lebenden könnten von Ihnen beraten und unterrichtet werden, obwohl sie nicht bei uns weilen. Ihr Wissensschatz wäre für uns sicherlich sehr wertvoll.

Durch das Erzählen der alten Märchen wird auf alle Fälle das wahre Wissen an die kommenden Geschlechter weitergegeben. Daher sollten sich Eltern dem Verdrängen der Märchen widersetzen und keinesfalls auf die neuen Gutenachtgeschichten ausweichen. Ein gutes Märchen ist besser, als aller Schulunterricht.

Herzlichst
Ina Maria von Ohr

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