Ur-Vertrauen zurückgewinnen

Gerd Bodhi Ziegler - Autor bei ViGeno

Ur-Vertrauen zurückgewinnen

 

von Gerd Bodhi Ziegler -
 

 

Vertrauen ist der Boden, auf dem wahre Liebe wachsen kann. Ohne Vertrauen gibt es weder Offenheit noch Nähe. Die Qualität des Vertrauens, das sich in unserem Zusammensein einstellt, spiegelt das Maß des Vertrauens in uns selbst und in die tragende Liebe des Lebens.
Wenn unser Vertrauen verletzt wird, zeigt uns dies unsere inneren Verletzungen. Vertrauen fordert keine Beweise. Es erwächst aus einer tiefen Gewissheit, dass alles heilen kann und alles gut ist, genau so wie es ist.

Die Heilung des Urvertrauens bewirkt, dass falsche Selbstbilder losgelassen werden können und sich auflösen dürfen. Diese Umwandlung kann wie ein Sterben, als Auflösung, Zerstörung oder ein Fallen ins Bodenlose erfahren werden. Das gewohnte Identitätsgefühl wird dadurch grundlegend in Frage gestellt. Es erscheint zunehmend unecht und unwirklich. Dies zu erfahren kann sehr beängstigend und schmerzhaft sein. Es ist, als stünde man am Rande eines Abgrunds und es gibt keinen Weg zurück.

Dieser Vorgang ist mir in allen seinen Varianten aus eigener Erfahrung sehr vertraut. Ich habe ihn immer wieder in besonderen Zeiten meines Lebens als einen notwendigen Prozess der Wandlung und des Übergangs kennen gelernt. Er ist seit Jahrzehnten ein ständiges Thema bei meiner Arbeit mit Menschen. Von den Mystikern wird er oft als die dunkle Nacht der Seele bezeichnet.Die dunkle Nacht der Seele kann mit dem Bild einer Pflanze verglichen werden, deren Entfaltung durch einen zu klein gewordenen Blumentopf begrenzt ist. Es wird Zeit, sie umzupflanzen – entweder in einen größeren Topf oder ganz ins Freie. Dazu muss sie aber erst einmal aus ihrem bisherigen Boden und Lebensraum herausgenommen werden.

Eine ungewisse Zeit lang werden ihre Wurzeln frei in der Luft hängen, bis sie schließlich in den neuen Boden gebettet werden. Dieser Zwischenzustand, in dem sich das Vertraute aufgelöst hat und das Neue noch nicht sichtbar ist, wird oft wie ein dunkler Tunnel voller beängstigender Ungewissheit erfahren. Es gibt keine Garantie für einen guten Ausgang. Wir sind gezwungen, in unser Nicht-Wissen zu entspannen und uns ganz der göttlichen Führung anzuvertrauen.

An dieser Stelle taucht in mir eine Erinnerung an eine besondere Erfahrung des Loslassens auf, die mir in einer Zeit drastischen Umbruchs meines inneren und äußeren Lebens zuteil wurde. Sie begann im Januar 1988, als eine Handleserin in Indien mich auf einen Sprung in der Lebenslinie meiner rechten Hand aufmerksam machte:“Du wirst alles verlieren und mit einem neuen Strahlen darauf hervorgehen!“

Zu diesem Zeitpunkt erschien mir das unvorstellbar. Ich lebte damals bei München und widmete mich ausschließlich meinem Langzeitprojekt „Innerlich und äußerlich reich“. Alles in meinem Leben war doch so perfekt strukturiert und durchorganisiert. Alles schien seinen festen, unverrückbaren Platz einzunehmen.

Nur anderthalb Jahre später wachte ich nachts in panischer Angst auf. Ich brauchte einige Momente, um mich zu orientieren. Ja, ich lag immer noch im Bett meiner Wohnung. Doch in Sekundenschnelle wurde mir bewusst, dass das in Kürze nicht mehr der Fall sein würde. Meine gesamte Welt war im Begriff sich aufzulösen. Jetzt, da der eigentliche „Geburtsvorgang“ tatsächlich einsetzte mit dem totalen Verlust der alten, vertrauten Welt, schlug mein Emotionalkörper Alarm. Eins nach dem anderen löste sich auf und verschwand aus meinem Leben. Nichts, aber auch gar nichts konnte und wollte ich festhalten.

Wehrlos wie ein Fötus, dessen Geburt eingeleitet wird, erlebte ich, wie die mächtigen Wogen der einsetzenden Wehen mich dem engen Kanal, dem schier endlosen Durchgang entgegentrieben. Das Leben forderte mich auf, sämtliche äußeren Strukturen meiner damaligen Welt Stück für Stück loszulassen: meine gewohnten Arbeitsinhalte, meinen vertrauten Arbeitsplatz, meine unterstützenden Mitarbeiter und Kollegen, meine Partnerin, meine Wohnung, meine Ersparnisse sowie den größten Teil meiner damaligen Bekannten und Trainingsteilnehmer. Mir schien es, als ob sich die Erde unter mir auflösen und ich ins Bodenlose stürzen würde.

Ich tauchte wohl in jener Nacht aus den mit heller Panik reagierenden tiefen Bereich meines Unbewussten auf. Dieser Zustand war mir glücklicherweise aus früheren Zeiten umwälzender Veränderungen meines Lebens bereits vertraut. Der Teil in mir, der als „Zeuge“ in all den vergangenen Jahren entwickelt wurde, erkannte sofort, was ich in diesem Augenblick existenziell durchlebte. Er, dieser innere Beobachter, erinnerte mich daran, weich und tief zu atmen, mich ins Hier und Jetzt, in die Angst hinein zu entspannen und innerlich ganz loszulassen. In diesem Moment erschienen – ganz plötzlich und unvermittelt – in meiner Erinnerung das Echo der oben erwähnten Worte der indischen Handleserin: „Du wirst alles verlieren, ...“

Schlagartig wusste ich, dass dieser Zeitpunkt jetzt gekommen war. Der Zeiger meiner Lebensuhr war soeben zur kritischen Phase vorgerückt. Diese plötzliche Einsicht half mir, meinen Fall ins Bodenlose zu akzeptieren. Ich fiel, wie es mir schien, endlos und endgültig ins Ungewisse. Ich stürzte in die Tiefe und musste dabei alles Äußere loslassen. Ich konnte und wollte nichts mitnehmen, nichts gehörte mir wirklich. Das Fallen schien ohne Ende zu sein.

Nach und nach verwandelte sich der bedrohliche Absturz in einen Schwebezustand in einem neuen, unbegrenztem Raum. Plötzlich vermisste ich den festen Halt nicht mehr, denn ich war von unermesslicher Weite, von strahlendem Licht und von unendlicher Liebe umgeben. Ich fühlte mich aufgehoben und getragen. Mir war, als sei ich buchstäblich in Gottes Hände gefallen. Die Starrheit der Angst war vollkommen aus meinem Körper gewichen, der jetzt in helles Licht eingehüllt zu sein schien. Ich atmete Licht und Weite. Mit jedem Atemzug schien ich mich ins Unendliche auszudehnen. Ich wusste mit jeder Faser meines Seins, dass alles in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gut war, ist und sein wird. Ich hatte meinen Tod akzeptiert und wurde neu geboren. Ich konnte sehen, dass aus den Trümmern meines alten Lebens etwas Neues, Größeres und Schöneres entstehen würde.

Ich weiß nicht, wie lange ich in diese zeit- und raumlosen Zustand verweilte. Als ich das Licht einschaltete, war es vier Uhr. Ich nahm mein Tagebuch zur Hand und schrieb folgende Sätze, die ich damals fast ausnahmslos mit einem oder mehreren Ausrufezeichen versah: „Die Ekstase des Loslassens ist mitunter größer als die Freude des Beschenktwerdens. Ich lasse alles los! Das Loslassen macht so frei, so leicht, so unbeschwert. Wenn ich nur noch ich selbst bin, offenbart sich meine Wahrheit.“

Und zu einem etwas späteren Zeitpunkt fügte ich noch hinzu:“Wo Angst auftaucht, zeigt sie das Nichterkennen von Wahrheit. Angst ist der Gegenpol der Liebe und hat als Schatten keine echte Eigenexistenz, weil ihr die Wahrheit fehlt. Wenn sie da ist, so besteht die Aufgabe darin, die Wurzeln dieser Unbewusstheiten zu erforschen, ans Licht der Bewusstheit zu bringen – immer wieder – bis ich mich nicht mehr täuschen kann.“

Wenn ich heute diese Aufzeichnungen lese, erfüllt mich Dankbarkeit für die vielen herausfordernden Gelegenheiten, in denen ich das Loslassen lernen und echtes Vertrauen zurückgewinnen durfte. So kann ich heute mitfühlend und ermutigend mit den Menschen sein, die durch entsprechende Lebensphasen gehen.

Der Text ist ein Auszug aus meinem aktuellen Buch „Wer liebt hat alles“.

In meinen Seminaren widmen wir uns der Hingabe an das Göttliche: https://www.gerd-bodhi-ziegler.com/

Herzlichst
Gerd Bodhi Ziegler

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