Die Entdeckung des Inneren Kindes

advaitaMedia - Autor bei ViGeno

Die Entdeckung des Inneren Kindes

 

von advaitaMedia -

 

Eine Erfahrung

Gleich vorweg, ich bin viele Jahre durchs Leben gegangen, ohne von der Existenz eines Inneren Kindes zu wissen.

Was mir aber nach und nach aufgefallen ist, war, dass ich mich in bestimmen Situationen immer wieder gleich verhalten habe. Hat mich jemand kritisiert, gemaßregelt, angeklagt oder beschuldigt, bin ich in eine Art Schockstarre gefallen. Krampfhaft habe ich versucht, das zu überspielen. Aber ich konnte nicht mehr klar denken, denn in meinem Kopf drehte sich eine Tonbandschleife: Du bist falsch! Du hast versagt! Du hast keine Existenzberechtigung!

Diese Sätze haben mich total vernebelt. Die Folge war, dass ich meist viel Unsinn redete, was alles nur noch schlimmer machte. Deshalb habe ich – sobald es möglich war – die Flucht ergriffen.
Es dauerte oft Tage lang, bis ich aus diesem eingefrorenen Zustand wieder herauskonnte. Mit den Jahren sind mir diese meine Reaktionen derart auf die Nerven gegangen, dass ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.

Von diesem Kind will ich nichts wissen!

Als ich in einem Seminar auf Gut Saunstorf zum ersten Mal mit meinem Inneren Kind in Berührung kam, war ich so entsetzt, dass ich sofort auf Abwehr schaltete. Dieses Kind war so voller Angst, Schmerz und Bedürftigkeit, dass es mich ängstigte. Ich hatte mich Zeit meines Lebens zu einer starken, erfolgreichen und unabhängigen Frau gestählt, die alles kann und nichts und niemanden braucht. Mein Inneres Kind mit all den Gefühlen zu sehen, die in mir keinen Platz fanden, die ich ausgemerzt dachte, ließ mich sofort auf Abstand gehen. Was sollte ich mit diesem Kind anfangen? Ich spürte, wenn ich ihm nahe komme, bricht meine Ritterrüstung zusammen.

Das wollte ich um jeden Preis verhindern. Zunächst trat ich den Rückzug an. Der Widerstand, mich meinem Inneren Kind anzunähern, gipfelte in der bitteren Erkenntnis: ich will nicht fühlen! Nicht den Schmerz, die Angst, die Bedürftigkeit, die Ohnmacht, die Schwäche. All das war in meinem Erwachsenen-Leben ein No-Go.

Das alltägliche kindliche Verhalten

Beim genaueren Hinsehen, wie sich in meinem Alltag das kindliche Verhalten ausdrückt, musste ich Folgendes feststellen: 

•    Ein ständiges Lächeln lag auf meinen Lippen. Damit hoffte ich, Menschen – vor allem Autoritäten – gnädig zu stimmen. Wann immer es möglich war, hatte ich eine Schmeichelei parat.
•    Auch wenn mich das Erzählte von meinem Gegenüber langweilte, heuchelte ich Interesse. Im Anschluss erfand ich eine ähnliche Geschichte, die mir scheinbar – weil erfunden – passiert ist. Darin war ich echt gut!
•    Kam Kritik, versuchte ich meine Fehler anderen zuzuschieben, scheute auch nicht davor zurück, sie anzuschwärzen oder schlecht zu machen. Innerlich rettete ich mich in die Überhöhung: der hat doch von nichts eine Ahnung! Das linderte zumindest für kurze Zeit das Gefühl von Versagen.
•    Wurden meine Wünsche nach Anerkennung und Zuneigung nicht erfüllt, versicherte ich mir, dass ich ohnehin nichts und niemanden brauche und gipfelte manchmal in einem Hadern mit dem Leben überhaupt. Schließlich habe ich nicht darum gebeten, auf die Welt zu kommen!

Briefe vom Inneren Kind

Wie wäre es denn, einmal die Seite zu wechseln? Ganz unverbindlich mal zu hören, was das Kind zu sagen hat.

Ich ermunterte mein Inneres Kind, Briefe an die Mutter und den Vater zu schreiben. Ich war neugierig, was da kommen würde.

Liebe Mama!
Du hast aus mir eine dressierte Puppe gemacht, die Du nach Belieben aufziehen konntest und die das machte, was Du gerade wolltest. Ich musste vortanzen, etwas singen, Gedichte aufsagen und wehe, ich konnte Deine Ansprüche nicht erfüllen! Dann hast Du mich bestraft. Du wolltest eine Prinzessin haben, mit Locken, die immer lächelt und alles kann und alles weiß. Du hast mich mit viel Gewalt zu Deinem Bild geformt, aber mich nie gesehen, wie ich wirklich war. Meine Wünsche und Träume haben Dich nie interessiert. Ich musste nur Deine Wünsche erfüllen. „Sorge dafür, dass ich stolz auf Dich sein kann!“ hast du immer gesagt. Das war schwierig, denn ich habe nicht immer erraten, was Du gerade von mir wolltest. Ich hatte immer Angst vor Dir und mich oft einsam gefühlt.

Als ich das gelesen hatte, war ich sehr betroffen. Ich konnte sehen, wie ich einen Großteil meines Lebens bemüht war, die Wünsche meiner Mutter zu erfüllen, auch dann noch, als sie längst gestorben war.

Ich habe mich angestrengt, um die geforderte Leistung zu erbringen, um zumindest etwas Anerkennung und Zuneigung zu bekommen und es fiel mir unendlich schwer, zuzugeben, dass ich etwas NICHT konnte oder wusste.

Selbst in Äußerlichkeiten hat sich mein kindliches Verhalten gezeigt. Zwei Drittel meines Lebens habe ich mir täglich die Haare eingedreht, um Locken zu haben, obwohl ich diese „Eindreherei“ schon als Kind hasste. Und Lächeln wurde mir zur Pflicht.

Brief an den Vater

Gespannt war ich auf den Brief an den Vater. Ich war 8 Jahre alt, als er starb und in meiner Erinnerung habe ich ihn bedingungslos geliebt. Vor allem auch deshalb, weil er nie etwas von mir verlangt hat.

Lieber Papa!
Ich hab Dich so lieb! Hast Du mich auch lieb? Ich glaube, Du hast den Kater Schnurli mehr lieb als mich. Ihn streichelst und fütterst Du immer, mich streichelst Du nie. Du sprichst auch nie mit mir und wenn die Mama mich haut, schaust Du immer weg oder gehst ins Wirtshaus. Bitte sauf dort nicht immer so viel, sonst fällst Du wieder um, wenn ich Dich holen muss. Du bist so schwer, ich kann Dich nicht aufheben und dann schimpft die Mama mit uns und ich bin schuld. Und bitte Papa: einmal mich streicheln, dann bin ich glücklich!

Ein Brief voller Sehnsüchte und Defizite!

Wenn ich zurück schaue auf meine Partnerschaften, kann ich sehen, dass ich mir nie sicher war, ob der andere mich liebt. Es gab ein tiefes Misstrauen und eine innere Überzeugung, dass – wenn es darauf ankommt – ich keine Unterstützung von Männern bekommen würde.

Dasselbe galt auch für meine Wünsche, sie würden ohnehin unerfüllt bleiben, also äußerte ich sie erst gar nicht, um der Enttäuschung zu entgehen.

Was mein Inneres Kind ausgeklammert hat

Die Briefe an meine Eltern waren sehr aufschlussreich für mich. Kein Zweifel, ich bin dem Kind in mir näher gekommen, spürte seine Not, aber irgendetwas fehlte noch, denn es hat mir nur die Opferseite gezeigt. Auf der Kehrseite der Medaille kam schließlich der Trotz zum Vorschein und das Flüchten in eine Illusionswelt, die in einer Überhöhung gipfelte. Das Kind erzählte mir die Geschichte, dass seine Eltern gar nicht seine richtigen Eltern sind. Mein Inneres Kind war überzeugt davon, dass es geraubt worden ist und seine wirklichen Eltern verzweifelt nach ihm suchten. Würde diese Suche endlich erfolgreich sein, würden dem Kind alle Wünsche erfüllt.

Es ist ja nicht gerade angenehm, festzustellen, dass ich auch heute noch manchmal in den Trotz falle, der sich oftmals in Sabotage zeigt. Luftschlösser bauen und Illusionen nachhängen, weil die Realität nicht nach meinen Wünschen verläuft, diese Versuchung ist groß und ich kenne sie nur allzu gut.
Ich beschloss meinerseits einen Brief an mein Inneres Kind zu schreiben.

Brief an mein Inneres Kind

Mein liebes Kind!
Ich sehe Dich, kann Dich hören und verstehen. Ich spüre Deine Angst, die Scham, die Ohnmacht, die Verzweiflung und die Verlorenheit. Und ich sehe Deinen Trotz, Dein NEIN – auch wenn Du es nicht aussprichst. Ich möchte Dir sagen, dass ich immer für Dich da bin, wenn Du etwas brauchst. Trotzdem werde ich Dir manchmal Grenzen setzen. Das heißt nicht, dass Du nicht in meinem Herzen bist. Manchmal braucht es ein STOP, sonst gehen wir einander verloren und das wollen wir ja beide nicht. Vielleicht erzählst Du mir hin und wieder eine Geschichte und wir klopfen sie beide auf ihren Wahrheitsgehalt ab. Das kann spannend und zugleich lustig werden.

Das Innere Kind – ein Tor ins Erwachsen-Werden

Es ist nicht so, dass ich nie mehr eine Reaktion aus dem Inneren Kind an den Tag lege. Schließlich habe ich Jahrzehnte lang völlig unbewusst ein kindliches Verhalten gepflegt. Aber heute wird mir immer öfter bewusst, dass ich gerade wie mein Kind reagiere. Das kostet mich dann ein Lächeln und ich kann wieder durch die Pforte in ein bewusstes Erwachsenen-Dasein treten. Die Identifikation mit dem Kind löst sich mehr und mehr auf, was einer Befreiung gleichkommt.

Es ist immer ein Schritt in die Realität. Die kindliche Blase platzt gleichsam, die Verkrampfung löst sich, alles wird leichter. So sehr ich mich gewehrt habe, in die Erforschung meines Inneren Kindes einzutreten, so sehr bin ich heute dankbar dafür. Es hat mich nicht nur meinem Kind, sondern auch mir selbst nahe gebracht.

Es war eine Eintrittskarte zu meinem Herzen und meinem wahren Kern.

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