Spiritualität: Meditation in der heutigen Zeit

Tanis Helliwell - Autorin bei ViGeno

Meditation in der heutigen Zeit

 

Interview mit Tanis Helliwell von Verena Deeken

 

 

Frage: Tanis, warum ist Meditation für so viele spirituelle Richtungen so wichtig?

Tanis Helliwell: Ich glaube die Frage sollte anders lauten: „Ist es nicht interessant, dass die Meditation für so viele unterschiedliche spirituelle Traditionen einen so hohen Stellenwert genießt?“. Es ist sicher kein Zufall, dass eine Vielzahl herausragender Persönlichkeiten wie Gautama Buddha oder Jesus Christus die Wichtigkeit der Meditation für sich entdeckt haben.

Menschen, die wir zutiefst respektieren und als spirituelle Führer verehren, meditieren. Und sie betonen, dass Meditation das Wichtigste ist, was wir tun können, um vollständig bewusst zu werden und das Wahre von der Illusion zu unterscheiden.

Frage: Meditation scheint aus der östlichen spirituellen Tradition zu stammen. Kennt das Christentum ebenfalls die Meditation und wenn ja, warum ist das so wenig präsent?

Tanis Helliwell: Christliche Mönche und Nonnen, wie die Einsiedler in der Wüste, haben von Anfang an die Wichtigkeit von Meditation, Kontemplation, Einsamkeit, Stille und Gebet betont.

Im Christentum gibt es jedoch eine Trennung zwischen dem Weltlichen, wo man arbeitet, lebt und eine Familie ernährt und eben nicht meditiert und dem Geistlichen, das sich im Kloster als spirituelle Gemeinschaft abspielt und in der die Meditationspraxis gefördert wird.

Was das Christentum nicht verstanden hat, ist die Meditation in das tägliche Leben zu integrieren – aber das ändert sich gerade.

Frage: In den meisten Seminaren und Workshops geht es jeweils um eine spezielle Meditationspraxis. Warum bietest Du ein Seminar zu verschiedenen Traditionen an? Was zeichnet Deinen Ansatz aus?

Tanis Helliwell: Der Grund, warum ich verschiedene Meditationen anbiete, ist, dass die Menschen Verschiedenartigkeit sind. Einige Menschen mögen Schokoladenkuchen lieber als Vanilleeis und gleiches gilt für die Meditationspraxis, wo verschiedene Menschen verschiedene Richtungen bevorzugen, weil sie ihnen mehr Freude macht und sie besser unterstützt als andere.

In der Hindu Tradition, beispielsweise, gibt es drei Hauptpfade zur Erleuchtung. Diese Pfade oder Yogas, wie man sie auch nennt, bedeuten: Verbindung mit dem Göttlichen.

Der erste Pfad ist Jnanayoga, welches der Pfad der Erkenntnis / der Weisheit ist. Er spricht Verstandesmenschen an, die gerne Texte lesen, sich mit Regeln und Gesetzen befassen und die die Lehren der unterschiedlichen spirituellen Lehrer kennenlernen und verstehen wollen.

Der zweite Pfad ist Bhaktiyoga, er ist der Pfad der Gottesliebe. In seinem Zentrum steht die Liebe und das Wohlwollen und dieser Yoga beinhaltet oft das Leben in einer Gemeinschaft. Er spricht diejenigen an, die eine tiefe und enge Verbindung mit ihrem Lehrer brauchen und die einen Weg des Herzens gehen wollen.

Der dritte Pfad ist Karmayoga, welches der Pfad der selbstlosen Handlung ist. Dieses Yoga befasst sich mit dem Dienst an anderen. Anhänger dieses Pfades sind beispielsweise die Anhänger von Jean Vanier und die in l’Arche Gemeinschaften mit geistig Behinderten zusammenleben oder Mutter Teresa, die für die Kranken und Sterbenden auf den Straßen Kalkuttas sorgte.

Diese Art des Yoga ist gut für die Willenskraft, für Menschen, die aktiv sind und etwas tun müssen. Auch dies ist eine Form der Meditation.

Warum werden Menschen von unterschiedlichen Richtungen angezogen? Weil es Meditationspraxen gibt, die für den einen besser geeignet sind als andere.

In dem geplanten Meditationsseminar werde ich den Teilnehmern helfen, sich mit unterschiedlichen Formen der Meditation vertraut zu machen und diejenige zu wählen, die am besten mit ihnen und ihren Bedürfnis jetzt in diesem Moment übereinstimmt.

Auch wenn sich unsere Präferenzen im Laufe der Zeit ändern, so ist es doch sehr wichtig, dass wir für eine lange Zeit – mindestens ein paar Monate, vielleicht sogar Jahre - einer Meditationspraxis folgen, um wirklich ihre Segnung zu erfahren.

Ich habe mit Zwanzig angefangen zu meditieren. Ich habe mit TM (Transzendentaler Meditation) begonnen, wie die Beatles. Dann befasste ich mich mit der tibetischen Meditation, später mit Kriya Yoga, das durch Paramahansa Yoganda in den Westen kam, und noch später einige Jahre lang mit Vipassana Meditation.

Ich habe auf diese Weise erlebt, dass unterschiedliche Ansätze eine Zeit lang sehr gut für mich sind, dass ich dann aber wieder wechseln muss.

Frage: Ist es notwendig einen Lehrer zu haben und in einer Gruppe unter Aufsicht zu meditieren?

Tanis Helliwell: Ich glaube, wenn Du zu meditieren beginnst, ist es sehr hilfreich einen Lehrer zu haben, der Dir die verschiedenen Techniken zeigen kann und in der Gruppe zu meditieren.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Wenn mehr als eine Person meditiert, steigt die Energie im Raum an. Das erleichtert es allen Mitgliedern einer Gruppe eine höhere Stufe des Bewusstseins zu erlangen.

Und mit einem Lehrer gibt es immer Raum für Fragen und zusätzlich besteht die Chance, dass andere Fragen stellen, an die Du noch gar nicht gedacht hast, und die für Dich wichtig sein könnten. Die Gruppe wirkt unterstützend, weil man Teil der kollektiven Energie ist.

Lass mich dazu eine kleine Geschichte erzählen. Ich war auf einem zehntägigen Vipassana-Retreat. Wir haben die ganzen zehn Tage schweigend meditiert. Wir hatten nur an einem Abend einen Vortrag und durften dazu maximal zwei Fragen stellen. Und wir wurden gebeten nichts mit in den Meditationsraum zu bringen und alles in äußerster Stille zu verrichten.

Ich saß auf meinem Platz und hinter mir saß eine Frau. Sie war unruhig, brachte zu Trinken, stand während der Meditation auf, kam spät, ging früh und kämpfte, für alle unüberhörbar, mit einem heftigen Schnupfen. Erst setzte sich jemand zu ihrer rechten weg, dann jemand zur linken und allmählich alle, die in ihrem Umkreis waren, außer mir.

Ich beschloss zu bleiben und mit ihr die ganze Zeit gemeinsam zu sitzen. Meditation ist ein Werkzeug. Der Zweck der Meditation ist es, sich von allen Bedürfnissen zu lösen, von allen Notwendigkeiten wie Idealbedingungen um gut meditieren zu können, frei zu machen.

Manchmal war ich während der Meditation ziemlich frustriert. Zu anderen Zeiten, wenn ich sie als meine Lehrmeisterin betrachten konnte, von der ich gerade eine wertvolle Lektion lernen konnte, war ich amüsiert und konnte die Ironie meiner Situation erkennen.

Nachdem die Meditation vorbei war und wir wieder reden durften, kam die Frau auf mich zu und dankte mir von ganzem Herzen. Sie sagte mir, wie wichtig es für sie gewesen sei, dass ich die ganze Zeit bei ihr geblieben war und sie wusste, dass ich da bin und sie mit meiner Anwesenheit unterstütze, ohne sie zu verurteilen.

Auch andere kamen auf mich zu und erklärten, ich müsse eine Heilige sein, dass ich es die ganze Zeit neben dieser Frau ausgehalten habe. Aber ich sagte ihnen nur, dies sei wie die reale Welt draußen, wo wir uns mit widerspenstigen Klempnern, schreienden Kindern, schwierigen Nachbarn und herausfordernden Jobs auseinandersetzen müssen. Und dass dies eine großartige Lektion gewesen sei.

Frage: Zeit zu finden, scheint eine der größten Herausforderungen, wenn man beginnt zu meditieren. Was würdest Du einem Anfänger empfehlen?

Tanis Helliwell: Ich würde diesen Menschen nahelegen, erst einmal ein Seminar zu machen, um gut in die Meditation zu starten. Aber selbst wenn sie dafür keine Zeit haben, können sie Bücher darüber lesen und sich so damit vertraut machen.

Es gibt eine Vielzahl von Studien, die zeigen wie wichtig es ist zu meditieren. Die Universität von Pennsylvania hat eine solche im letzten Jahr an Alzheimer Patienten durchgeführt.

Acht Wochen haben sie täglich 12 Minuten lang Kirtan Kriya Yoga, eine Gesangsmeditation von entsprechenden Handbewegungen begleitet, gemacht. Diese Gruppe schnitt signifikant besser ab als eine Kontrollgruppe, die über den gleichen Zeitraum und für die gleiche Dauer Klavier- und Violinkonzerte von Mozart hörte.

In vielen Studien wurde nachgewiesen, dass Meditation die Hirntätigkeit stärkt. Es hilft uns ins Gleichgewicht zu kommen, weil wir einen viel besseren Zugang zu unseren Hirnfunktionen bekommen und weit mehr als die drei Prozent, die wir laut Studien normalerweise nutzen.

Meditation führt zur Integration der beiden Hälften des Gehirns, was zu kohärenteren Mustern führt. Dadurch steigt sowohl des Wachbewusstseins als auch der Intuition sprunghaft an, und erlaubt uns so das Detail mit dem großen Bild zusammenzubringen, die Vergangenheit mit der Zukunft – und doch in der Gegenwart zu bleiben.

Alle diese Fähigkeiten sind ausgesprochen wünschenswert, wenn wir uns mit Erfolg in der Welt bewegen wollen.

Eine der größten Schwierigkeiten, mit der wir uns in unserer täglichen Praxis in der westlichen Welt auseinandersetzen müssen, ist die Tatsache, dass wir der Tat einen wesentlich größeren Wert beimessen als dem Sein.

Wenn wir nicht aktiv sind und etwas tun, haben wir das Gefühl unsere Zeit zu verschwenden. Das ist das wesentliche Problem.

Meditation ist eine Seins-Erfahrung. Aber die westliche Welt bevorzugt das Yang, das männliche Prinzip, die Tat und unterschätzt das Yin.

Wir glauben, es sei wertvoller zu reden, also das Yang, als zuzuhören, was das Yin ist. Auch Gebet ist Yang, weil wir mit unserem Schöpfer (Gott) sprechen und ihn für gewöhnlich um einen Gefallen bitten.

Meditation ist Yin, es ist dem Göttlichen zu lauschen. Wenn wir meditieren, sind wir im Zustand des Seins. Je größer die Balance zwischen Sein und Tun, Yin und Yang, in unserem Leben, desto stärker integriert werden wir.

Die Meditation wird ein Teil unseres Lebens, in jedem Moment. Es ist der Raum zwischen einzelnen Worten, die Stille zwischen dem Sprechen und dem Lauschen, die leisen Momente in unsrem Leben.

Frage: Gibt es irgendeinen praktischen Ratschlag für Leser, die beginnen wollen zu meditieren aber auch für die, die bereits schon meditieren?

Tanis Helliwell: Ich glaube, dass wir heute an diesem Punkt in unserer Entwicklungsgeschichte, wo Menschen sich von allen möglichen Schwierigkeiten in dieser Welt erdrückt fühlen, wegen der Umwelt, der Finanzsituation, in ihren Familien, aufgrund von Zeitnot, Überarbeitung,

Druck und Zweifeln über die Richtung, die sie einschlagen sollen, dass es gerade jetzt besonders wichtig ist, das Hamsterrad zu verlassen und sich Zeit für Meditation zu nehmen. Zeit einfach nur zu sein ist unglaublich wichtig.

Wie alles andere ist Meditation eine Disziplin, die geübt sein will. Es ist wie Bergsteigen oder Kanu-fahren. Und sie hilft den Menschen und ist wichtiger denn je in unserer Welt.

Tanis Helliwells fünftägiges Meditationsseminar. Der Kurs richtet sich sowohl an Menschen mit langjähriger Meditationserfahrung als auch an Anfänger. Tanis beschreibt ihren Kurs mit den folgenden Worten: “Seit langem schon prophezeien Mystiker und Wissenschaftler, dass wir auf der Erde großen Veränderungen entgegengehen und die beste Art, sich darauf vorzubereiten, ist den Frieden im Inneren zu finden. Meditation – die sich seit Jahrtausenden bewährt – ist der beste Weg, dies zu tun.”

Thematische Schwerpunkte des Seminars sind:
Meditationstechniken zur Integration von Körper, Herz, Geist und Seele
• Die Geschenke der stillen Meditation entdecken
• Den bewussten gemeinsamen Austausch im Kreis von Gleichgesinnten erleben
• Die benötigten Qualitäten zur Entwicklung für unsere weitere Evolution: Glaube, Freude und
  Nicht-Verhaftetsein
• Das Erleben der Erweiterung, der dreifachen Flamme von Liebe Weisheit und göttlichen Willen
• Die eigenen Erfahrungen mit den Lehren der Veden, von Patanjali, und Yogananda, in Verbindung
  bringen

 


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Spirituelle Lehrerin & Buchautorin

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