Bewusstsein: Angst

Norbert Paul - Autor bei ViGeno

Angst – Der kleine stille Tod.

 

von Norbert Paul -

 

Obgleich wir in einer scheinbar hoch entwickelten, sozialen und der wilden, gefährlichen Natur entkommen Gesellschaft leben, zumindest in Bezug auf die meisten Menschen hier im westlichen Kulturkreis, ist aus meiner Sicht und Erfahrung das Phänomen Angst, so verbreitet wie nie zuvor. Wie kommt das?

War die Gefahr für Leib und Leben früher überall deutlicher präsent als heute, wird man als Mensch des westlichen Kulturkreises eher selten mit Gewalt in Form von Krieg, Plünderung, Überfällen oder verheerenden Naturkatastrophen konfrontiert. Gleichzeitig hat sich die Art von Gefahren verändert. Sie gehen weniger von Menschen und der Natur aus, sondern von den technischen Errungenschaften und den zivilisatorischen Auswirkungen einer mechanistischen Gesellschaft.

Doch schon sehr früh haben einige Menschen erkannt, dass man mit Angst andere Menschen unterdrücken und zum eigenen Vorteil ausbeuten kann.

Und so wie sich die Menschheit technisch und systemisch entwickelte, wurde auch das Machtinstrument Angst weiter entwickelt. Wurde es früher offensichtlich und durch direkte und martialische Gewaltanwendung angewendet, wird es heute sehr intelligent, bewusst und äußerst subtil benutzt.

Dennoch wird auch heute noch der unbeugsame „Verweigerer“, nach alter Weise aus dem laufenden Spiel genommen, womit sich in letzter Konsequenz doch nicht so viel verändert hat. 

Heute findet man kaum einen Menschen der keine Ängste mit sich herum trägt und ja, es sind meist gleich mehrere auf einmal. Der moderne Mensch hat Angst vor Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfällen, Epidemien, Wirtschaftskrisen, nicht den richtigen Job zu bekommen, nicht genug zu verdienen, Angst verlassen zu werden, keinen Partner zu finden, Angst vor Nähe, vor Berührung, davor man selbst zu sein, nicht anerkannt zu werden, nicht angepasst genug zu sein, keine Chancen und/oder Perspektiven zu haben, nicht dazu gehören zu können, Angst dem Arbeitgeber nicht zu entsprechen, Angst dem Partner nicht gerecht zu werden, den Kindern den Eltern, den Freunden und sonst wem der noch Forderungen an uns stellt.

Er hat Angst davor wie die Menschen über ihn Denken, Angst alleine zu sein, Angst mit allem allein fertig werden zu müssen und vieles mehr. Gleich wie ein Außenstehender den Grund der Angst wertet, für denjenigen der diese Ängste hat, sind sie sehr real und entfalten ihre zerstörerische Wirkung. Doch um etwas dagegen tun zu können, muss man Angst und ihre Wirkungsweise erst einmal verstehen.

Woher kommt diese „Funktion“ Angst und weshalb gibt es sie überhaupt?
Ursprünglich ist Angst ein instinktives Warnsignal das uns vor einer möglichen Gefahr für unsere Leben warnt und ein immer der jeweiligen Situation mehr oder weniger angepasstes Notfallprogramm auslöst, welches entweder eine Flucht-/ Kampfreaktion oder Starre/ Handlungsunfähigkeit erzeugt.

Dieses Notfallprogramm überschreitet zur Rettung des eigenen Lebens, kurzfristig jene Leistungsgrenzen, die uns für ein gesundes Leben im Alltag gesetzt sind. Wenn das Überleben gesichert ist, wird dieses Notfallprogramm, dass einen maximalen Stress darstellt, von einer nachfolgenden Ruhe- und Erholungsphase wieder ausgeglichen.

Was in seiner reinen Form das Überleben der frühen Menschen in seiner natürlichen Umgebung sicherte, ist auch heute noch in uns aktiv und hat in lebensbedrohlichen Situationen immer noch seine Bedeutung.

So befähigt es in Notsituationen zu unglaublichen körperlichen Leistungen und kann uns und anderen dadurch das Leben retten. Nur und einzig in diesem Kontext, hat Angst und das von ihm ausgelöste Notfallprogramm seinen Sinn und seine Berechtigung. Doch genau dieser Kontext wurde im Laufe der Menschheitsentwicklung verändert, mit dramatischen Folgen für den, der davon betroffen ist.

Wie wirkt Angst?
Angst ist eine besonders intensive Form von Stress wie das nachfolgende Beispiel zeigt. Sie kommen in eine Gefahrensituation, es steht plötzlich ein hungriger Löwe vor Ihnen. Das Bildes des Löwen wir registriert und als Gefahr erkannt. Über den Hypothalamus wird der Alarm an die Hypophyse weitergeleitet. Diese veranlasst nun die Ausschüttung von Adrenalin durch die Nebennierenrinde. Das Verdauungssystem und alle weiteren Wachstumsprozesse werden herunter gefahren, ja fast abgeschaltet und massiv Blut in jene Muskeln gepumpt, die für Fluch oder Kampf benötigt werden.

Hierfür erweitern sich die Kapillaren in den benötigten Muskeln um möglichste viel Nährstoffe zu den Zellen gelangen zu lassen. Der fordere Stirnlappen der für das bewusste Denken und Entscheiden zuständig ist, wird zugunsten der unterbewussten Überlebensreaktionen fast komplett abgeschaltet.

Und das Adrenalin als sogenanntes Stresshormon macht noch weit mehr, es beschleunigt den Herzschlag deutlich, erweitert die Pupillen, beschleunigt den Stoffwechsel und erhöht die Muskelgrundspannung, wodurch wieder mehr Energie verbraucht wird. Dieses mehr an Energie stellt der Körper durch die Freigabe von gespeicherten Glykogenreserven in den Blutstrom frei.

Gleichzeitig zieht sich die Thymusdrüse zusammen und aktiviert damit verstärkt das Immunsystem um im Falle von Verletzungen sofort zur Stelle zu sein. Diesen Zustand kann der Körper nur wenige Minuten halten, geht er darüber hinaus ist die Folge ein Zusammenbruch in eine lebenserhaltende Ruhephase.

Nun zu uns heute.
Löwen laufen in unseren Städten heute kaum noch frei herum, doch die latenten und subtilen Ängste der modernen Zivilisation und der „Leistungsgesellschaft“ erzeugen eine Vielzahl abgeschwächter und als solche nicht bewusst wahrgenommene Angstzustände.

Dies sind zwar nicht sehr ausgeprägt wie bei einem echten Notfall, dafür jedoch permanent, was zu Dauerstress mit eingephasten Angsthöhepunkten führt. Im überwiegenden Maße handelt es sich dabei jedoch um keine realen Gefahren wie ein Löwenangriff oder Unfall, sondern um eine Vielzahl von neuen virtuellen Ängsten in Zusammenhang mit den menschgemachten Systemen.

Der Körper verbraucht in diesem Zustand der vielfältigen Dauerängste ungeheuer viel Energie, ohne sich jedoch auf Grund der anhaltenden Angstzustände wirklich regenerieren, und den lebenswichtigen Ausgleich herstellen zu können. Die permanent herunter gefahrenen bewussten Denk- und Entscheidungsprozesse machen das Erkennen von Situationen zunehmend schwieriger bis es nicht mehr möglich ist, den Teufelskreis in dem man sich befindet zu erkennen, oder gar Entscheidungen gegen diesen zu treffen.

Die zur Rettung aus einer lebensbedrohlichen Situation notwendigen Notprogramme wenden sich nun gegen den Menschen. Die permanent zusammengezogene Thymusdrüse kann nicht mehr vollständig arbeiten und das Immunsystem wird immer mehr geschwächt, bis es ganz versagt oder sich gegen den Menschen selbst richtet.

Die permanente Muskelanspannung, sei sie noch so gering (Hypertonie), führ mit der Zeit zu einem Kollaps der Zellen. Es kommt zur Ansammlung von Toxinen und der Unterversorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Nerven werden permanent gereizt wodurch Schmerzzustände, anfangs willkürlich, dann aber permanent auftreten, bis hin zu Reduzierungen und Veränderungen der Nervenleitfähigkeit.

Durch die dauerhafte Erweiterung der Kapillaren sammelt sich Plasma im Gewebe an und mindert die Zellversorgung zusätzlich, bei gleichzeitiger Verlangsamung des Lymphabflusses. Es kommt zu einem hypertonen Körperbild mit einer schwammigen Überdeckung.

Dieser Funktionskomplex führt zu einer langsamen und stetigen Selbstvergiftung. Der mentale und physische Zusammenbruch, auch als Burn-Out-Syndrom bekannt, ist die letzte Rettungsmaßnahme um den Gesamtorganismus vor der Vernichtung zu retten. Das Burn-Out-Syndrom ist letztlich ein sinnvolles Notprogramm um das Überleben zu sichern.

Sich dessen bewusst zu werden ist der erste Schritt dem „kleinen stillen Tod“ zu entkommen, denn neben den oben beschriebenen Wirkungsweisen, verhindert Angst wirklich zu leben, sich zu entfalten und selbstbestimmt der eigenen Berufung zu folgen.

Gleichzeitig stützen Ängste das System der Angst und halten es am Leben. Diese Ängste zu erkennen, sich ihnen zu stellen, sie aufzulösen, zu entmachten, bedeutet Schritt für Schritt in Richtung Freiheit und zu sich Selbst zu gehen.

Diese Zusammenhänge nicht zu erkennen, bedeutet keine Wahl zu haben, und wenn Sie die Wahl haben, können Sie sich sowohl dafür, als auch dagegen entscheiden etwas zu ändern. Die Chancen die auf diesem Weg zur Angstfreiheit ergriffen werden können sind mehr Gesundheit, Lebensfreude, Schaffenskraft und Zufriedenheit, zuerst für sich selbst und bald auch für andere, die aus Ihrem Weg lernen.

Mit herzlichen Grüßen, Norbert Paul

 


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