ASTROLOGIE

Vedische Astrologie – die  faszinierende „Wissenschaft vom Licht“

Während im Westen die Astrologie noch immer nicht als Wissenschaft akzeptiert wird, im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo ein Arzt auch Astrologe war, hat sie in Indien nie eine derartige Abwertung erfahren. Im Hinduismus gilt die Astrologie als heilige Wissenschaft. Sie wird auch an Universitäten gelehrt wird und ist ein elementarer Bestandteil des täglichen Lebens ist. Die Konsultation eines Jyotishi, so heißt der indische Astrologe, zum Erkennen und Verstehen des individuellen Lebensweges und der Lebensaufgaben, ist genauso selbstverständlich wie das Erfragen günstiger Zeiten für Heirat, Geschäftsabschlüsse, Operation etc. Oft wird er sogar als eine Art Heiliger betrachtet, zumindest aber als ein Weiser, dem  Respekt gezollt wird.

Unterschiedliche Systeme
Nachdem Yoga nun endgültig die westliche Welt erobert hat, findet auch die vedische Astrologie allmählich mehr Zulauf. für Aufruhr unter westlichen Astrologen. Der große Unterschied zwischen der vedischen und westlichen Astrologie sind die unterschiedlichen Tierkreissysteme, auf der die Berechnung eines Horoskops beruht. Die westliche Astrologie basiert auf dem tropischen Tierkreis, das heiüßt die Frühlings-Tagundnachtgleiche entspricht dem Beginn des Tierkreises (0° Widder) und findet jährlich zum selben Zeitpunkt statt. Aufgrund der Erdpräzession verschiebt sich dieser Zeitpunkt aber Pro Jahre um 50’3’’, ein Fakt, den die westliche Astrologie nicht berücksichtigt. Der sich daraus ergebende Unterschied, Ayanamsha genannt,  beträgt derzeit 23°50’. Damit liegt 1° Widder des tropischen Tierkreises im siderischen bei etwa 7° Fische. Konkret heißt das: Hat man im westlichen Horoskop beispielsweise einen Jungfrau-Aszendenten, sagen wir auf 15°, ergibt sich daraus im indischen Horoskop unter Berücksichtigung des Unterschiedes von 23°50’ ein Löwe-Aszendenten - und damit ändert sich natürlich das gesamte Horoskop.

Welches System ist richtig?
Das lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Manche Astrologen, die mit beiden Systemen Erfahrung haben, kommen zu dem Schluss, dass sich die Frage nach richtig oder falsch gar nicht stellt, sondern dass sich die indische und die westliche Astrologie, auf ideale Weise komplementär ergänzen, wobei der Vorzug der indischen Astrologie in ihren exakten Prognosetechniken liegt, in Gebiet auf dem die westliche Astrologie nicht ganz so viel zu bieten hat. Die westliche Astrologie zielt im Allgemeinen vor allem darauf ab, die individuelle Entwicklung eines Menschen zu fördern, indem die im Horoskop vorgegebenen Anlagen entweder zunächst einmal entwickelt – oder falls schon vorhanden – entsprechend ausgelebt bzw. umgesetzt werden. Hauptziel der vedischen Astrologie ist es dagegen, das Ego mit der kosmischen Weisheit in Einklang zu bringen und den Gang bzw. das Ziel der Seele durch die vielen Inkarnationen zu erkennen. Dies setzt natürlich den Karma-Gedanken voraus. Der Mensch soll nach indischer Auffassung ohne große Egozentrik seinen Platz in der Gesellschaft einnehmen, sich durch Selbsterkenntnis weiterentwickeln, um schließlich irgendwann einmal Moksha  (letztendliche Befreiung, Erleuchtung) zu erlangen. Das Horoskop ist ein Mittel, diesen Prozess zu erkennen und zu beschleunigen.

Karma-Indikator
Neben der genauen Prognostik – also der Vorhersage bestimmter Ereignisse im Laufe eines Lebens – ist daher die Karma-Analyse ein wesentlicher Bestandteil der vedischen Astrologie. Ein Jyotishi ermöglicht seinen Klienten durch die Horoskopdeutung Einblick in ihre vergangenen Leben sowie in das gegenwärtige und zukünftige Dasein. Das Horoskop enthüllt also das individuelle „Karma“, in dem sich das Gesetz von Ursache und Wirkung widerspiegelt.
 In der Welt muss man handeln, ob man will oder nicht. Wenn man handelt, erzeugt man automatisch Karma, da jede Handlung eine Auswirkung hat. In der indischen Astrologie wird das 10. Haus, das sich mit den weltlichen Dingen beschäftigt (Status, Prestige etc.) als ein Karma-Indikator betrachtet. Und natürlich Rahu und Ketu, der aufsteigende und der absteigende Mondknoten – die karmische Achse, die zeigt, woher wir kommen und wohin wir gehen. Diese Interpretation finden wir auch in der westlichen Astrologie, wenngleich die Aussagekraft der Mondknoten hier heftig umstritten ist. Durch die Häuser- und Zeichenstellung von Rahu und Ketu wird die Reise einer Seele durch die Inkarnationen hindurch angezeigt. Im Grunde ist  aber das ganze Horoskop ein Abbild des Karmas, denn die Planetenpositionen sind sozusagen die Matrix unserer Seele.

Die alten indischen Rishis unterschieden zwischen  verschiedenen Karma-Arten, die auf uns einwirken:

Sanchita Karma: Dies ist die Gesamtsumme des Karmas, das aus sämtlichen Inkarnationen resultiert und positive und negative Aspekte einschließt. Dieses Karma kann der Astrologe im Geburtshoroskop nicht erkennen, und es kann auch nicht verändert werden.

Prarabhda Karma: Dies ist das Karma, mit dem wir in unserer jetzigen Inkarnation konfrontiert werden. Es ist das, was wir in diesem Leben erleben – Gutes und Schlechtes. Es kann ebenfalls nicht verändert werden. Durch die Interpretation des Geburtshoroskops (Rasi ) gewinnt man Einsichten in die hier waltenden Schicksalsmächte.

Kriyamana Karma: Dies ist das Karma, das wir gerade erwirken. Hier kommt der freie Wille zum Zug. Wir formen unser zukünftiges Leben durch das, was wir im Hier und Jetzt tun. Durch unser Denken, Wollen und Handeln stellen wir die Weichen für künftige Existenzen. Hier haben wir unser Schicksal selbst in der Hand und können Einfluss auf spätere Inkarnationen ausüben, indem wir gute Saaten legen.
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Der Karma-Gedanke ist keineswegs fatalistisch, wie man im Westen oft annimmt, sondern ganz im Gegenteil: Die Kenntnis des Gesetzes von Ursache und Wirkung sollte zu höchster Aktivität führen, indem man sich seines Denkens, Wünschens und Handelns bewusst wird und die Verantwortung dafür übernimmt.

Astro-Therapien
Hat ein indischer Astrologe ein Horoskop analysiert - also Einblick in das Karma eines Menschen gewonnen und sich einen Überblick darüber verschafft, wann welche Planeten ausgelöst werden, und ob diese gute oder schlechte Wirkungen haben - steht er dem Klienten auch mit ganz praktischen Ratschlägen zur Seite.
So gehört z. B. die Edelsteintherapie ganz selbstverständlich zum Repertoire eines indischen Astrologen. Durch das Tragen bestimmter Edelsteine kann man die Wirkung eines Planeten verstärken, abschwächen oder neutralisieren und damit Glück erwirken oder Unheil abwenden.
Ferner werden Mantras – heilige Silben, die gesungen oder im Geist wiederholt werden – eingesetzt. Sie sollen günstige Einflüsse schaffen und Hindernisse vertreiben. Jeder Planet hat ein eigenes Mantra. Befindet sich z. B. die Venus im Geburtshoroskop in einer schwachen Position oder wird sie durch einen Transit vorübergehend angegriffen, kann man durch das Singen des speziellen Venus-Mantras die Venus schützen bzw. stärken.  Dazu eignen sich bestimmte Wochentage (bei der Venus ist das der Freitag), die die Wirkung noch verstärken. Darüber hinaus kommen Farbtherapie, Yagyas (religiöse Rituale), Pujas (Reinigungszeremonien), Yantras (heilige Symbole) und ayurvedische Ernährungsberatung zum Einsatz.

Ayurveda und Astrologie
Ein indischer Astrologie besitzt im Allgemeinen auch gute Ayurveda-Kenntnisse, denn es existierte in der vedischen Tradition von jeher eine enge Verbindung zwischen diesen beiden uralten Wissenszweigen. Die drei Konstitutionstypen (Doshas), die die Grundlage der ayurvedischen Lehre bilden, werden bestimmten Tierkreiszeichen zugeordnet. So entsprechen Widder, Löwe, Schütze und Skorpion Pitta. Stier, Krebs, Steinbock und Fische gehören zu Kapha, während Zwillinge, Jungfrau, Waage und Wassermann Vata zugeorndet sind.
 Aus der Verteilung der Planeten im Geburtshoroskop lässt sich die Grundkonstitution eines Menschen bestimmen. Ein aus dem Gleichgewicht geratenes Dosha kann man durch richtige Ernährung und entsprechende ayurvedische Heilmittel, die u. a. aus Kräutern, Wurzeln und Mineralien bestehen, ausbalancieren. Erfahrene vedische Astrologen können sehr schnell die Ursache von Krankheiten erkennen, den günstigen Zeitpunkt für den Beginn einer Behandlung, ihren Ausgang und selbst ihre Dauer prognostizieren.

Handwerkszeug eines Jyotishi
Was die Tierkreiszeichen, Planeten und Häuser anbelangt, unterscheidet sich die indische Astrologie bis auf einige Ausnahmen nicht allzu sehr von der westlichen. Bei den Planeten unterscheidet man generell zwischen „Benefics“ und „Malefics“ – Wohltätern (z. B. Jupiter, Venus,) und Übeltätern (z. B. Sonne, Mars, Saturn).  Die Häuser werden in Kendras (kardinal), Trikonas (günstige), Upachayas (sich entwickelnde), Samas (neutrale) und Dusthanas (schlechte) eingeteilt.
Völlig anders als in der westlichen Astrologie ist im Jyotish allerdings das System der Aspekte. Befinden sich z. B. Planeten im gleichen Zeichen, bilden sie automatisch eine Konjunktion. Der Orbis (Grad-Abstand) spielt dabei keine Rolle. Ansonsten muss man die Häuser auszählen, um die Aspekte zu eruieren, die – wie auch in der westlichen Astrologie Trigone, Oppositionen, Quadrate etc. – nach einem vorgegebenen Schema festgelegt sind. Es gilt auch herauszufinden, welche Planeten sich „im Krieg“ befinden. Dies ist der Fall, wenn sie weniger als 1° Abstand haben.
Eine Spezialität des Jyotish sind die so genannten Yogas, die mit Yoga im herkömmlichen Sinne allerdings nichts zu tun haben. Yogas sind vielmehr festgelegte Planetenkombinationen, die ein bestimmtes Resultat hervorbringen. Es gibt unendlich viele davon, die natürlich nicht immer alle berücksichtigt werden können. Versierte vedische Astrologen legen jedoch großen Wert auf sie. Es heißt, dass die Yogas Hinweise auf die seelische Reife eines Menschen geben. Yogas werden beispielsweise erzeugt, wenn ein Planet erhöht ist und im eigenen Zeichen steht .

Brillante Prognose-Techniken
Dem vedischen Astrologen stehen wesentlich mehr Mittel für die Vorhersage zur Verfügung als dem westlichen, dessen Handwerkszeug hauptsächlich Transite, Auslösungen, Siebenjahres-Rhythmen und Solar-Horoskop sind. Fast die meisten westlichen Astrologen, die zur vedischen Astrologie konvertiert sind, geben die Genauigkeit der Vorhersagen als Hauptgrund dafür an.  

1. Das Dasha-System
Der „Star“ des vedischen Prognose-Systems ist das so genannte Vimshottari Dasha, das einen 120 Jahre dauernden Zyklus umfasst und den westlichen Progressionen entspricht. Zur Zeit der Veden wurde die Lebensspanne eines Menschen auf 120 Jahre angesetzt. Die neun Planeten Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, Rahu und Ketu (die Mondknoten werden hier als Planeten betrachtet) – die neu entdeckten Planeten Uranus, Pluto und Neptun werden in der alten indischen Astrologie natürlich noch nicht berücksichtigt – regieren einen bestimmten Abschnitt dieser 120 Jahre, der große Zeitunterschiede aufweist (Sonne: 6 Jahre, Mond: 10 Jahre, Mars: 7 Jahre, Jupiter: 16 Jahre etc.).
Innerhalb dieser großen Zeitabschnitte, die Maha-Dashas genannt werden, gibt es auch noch Unterabschnitte - Bhuktis, die sich auf einen Zeitraum von 3 Monaten bis 3 Jahren erstrecken, sowie die Antaras, die mehrere Tage bis zu einigen Wochen andauern können. Es handelt sich hierbei um ein ausgefeiltes System bei dem zahlreiche Einflüsse berücksichtigt werden müssen, dass jedoch hochpräzise ist. Kommt ein Klient zur Beratung ist z. B. schon viel gewonnen, wenn man weiß, in welchem Maha-Dasha er sich gerade befindet. Analysiert man dann noch die Unter-Dashas dazu – dabei spielen die neun Planeten und die Mondknoten in Beziehung auf den gerade ausgelösten Planeten wieder eine Rolle – kann man daraus sehr genaue Aussagen ableiten.

2. Die Mondhäuser
Ebenfalls einzigartig und komplex in seiner Art ist das indische System der Mondhäuser, die die Fixsterne in die Horoskopinterpretation einbeziehen. Die 27 Mondkonstellationen – die so genannten Nakshatras - betragen jeweils 13°20’. Das ist die Entfernung, die der Mond im Durchschnitt an einem Sonnentag zurücklegt. Diese Nakshatras stellen die Verbindung zwischen dem solaren und lunaren Tierkreis dar. In der vedischen Astrologie, die im Gegensatz zur westlichen Sonnenastrologie als Mondastrologie bezeichnet wird, spielen sie eine sehr große Rolle. Es heißt, sie repräsentieren die Seelenqualität eines Menschen. Jedes der 27 Nakshatras hat eine bestimmte Bedeutung, die bei der Interpretation berücksichtigt werden muss. Das Zeichen, in dem der Mond im Geburtshoroskop steht, ist der „Geburtsstern“ und hat einen besonderen Einfluss auf den Menschen. Die Mondphasen zu kennen, gilt generell als wichtig. Läuft der Mond beispielsweise durch ein ungünstiges Nakshatra tut man gut daran, sich etwas zurückzunehmen, während man bei einem günstigen grünes Licht hat.

3. Transite
Im Jyotish werden die Transite als Gocharas bezeichnet. Auch hier besteht ein entscheidender Unterschied zur westlichen Astrologie, denn in der vedischen Astrologie beginnt ein Planetentransit bereits in dem Augenblick, wenn der Planet in ein bestimmtes Tierkreiszeichen tritt und hält so lange an, bis er das ganze Zeichen durchlaufen hat. Insbesondere Saturn- und Jupiter-Transiten wird aufgrund ihrer langen Laufzeit eine besondere Bedeutung beigemessen.

4. Unterhoroskope
Neben den Dashas sind auch die Vargas hoch interessant. Dies sind Unterhoroskope, bei denen die 30° eines Zeichens in kleinere Abschnitte unterteilt werden. Mithilfe dieser Vargas lassen sich bestimmte Lebensbereiche genauer unter die Lupe nehmen (Beziehungen, Beruf etc.). Fast immer untersucht ein indischer Astrologe außer 6dem Geburtshoroskop auch das Unterhoroskop Navamsa), das über Partnerschaftsfragen Auskunft gibt und arüber hinaus aber auch auf die innere Beschaffenheit des Selbstes verweist. So wie in der westlichen Astrologie häufig davon ausgegangen wird, dass mit zunehmendem Alter der Aszendent mehr zum Tragen kommt, geht man in der vedischen Astrologie davon aus, dass man im Laufe des Lebens sozusagen in sein Navamsa-Horoskop hineinwächst. Insgesamt gibt es 16 Vargas.

5. Starke und schwache Planeten
Und noch eine letzte Eigenart der indischen Astrologie sei genannt: Die Planeten sammeln hier Stärke oder Schwäche an, je nachdem in welchem Haus sie sich befinden, wo sie herrschen, erhöht sind, auf welchen Graden sie stehen, ob sie im Haus eines Freundes oder eines Feindes stehen (die Planeten sind entweder befreundet, verfeindet oder neutral) etc.  Man nennt dieses System Shad Bala. Durch die Kenntnis der Planetenstärke kann man insbesondere die Thematik der einzelnen Häuser in denen die Planeten stehen besser erkennen und einschätzen.

Neue Sichtweise
Aus diesem kurzen Abriss der  indischen Astrologie wird deutlich, dass es sich um ein komplexes System handelt, das von Westlern einiges Umdenken verlangt. Hat man aber erst einmal Feuer gefangen und ein Gefühl für die neuen Möglichkeiten, die die Mondastrologie eröffnet, bekommen, ist die Beschäftigung mit der indischen Astrologie – sei es als Ratsuchender oder Berater -  auf jeden Fall der Mühe wert. Nicht umsonst beteuern die von der westlichen zur vedischen Astrologie konvertierten Astrologen, dass sie diesen Schritt nicht bereut haben, sondern eine Horizonterweiterung und neue Sichtweise auf die Astrologie und ihre Anwendung schlechthin bekommen haben.

Interview mit dem renommierten vedischen Astrologen Stephen Quong

MS:  Wie sind Sie zur vedischen Astrologe gekommen?
Stephen Quong: Ich habe mich um 1970 als ich erstmals mit westlicher Astrologie beschäftigt. 1972 reiste ich dann, auf der Suche nach spirituellen Lehrern und um heilige Orte zu besuchen, das erste Mal nach Indien und Nepal. Wo immer ich hinkam, hatte ich das Glück außergewöhnliche vedische Astrologen zu treffen, sowie auch große spirituelle Lehrer, Yogis und Heilige. Ich hatte die Möglichkeit, eine Zeitlang bei den besten Astrologen Indiens zu studieren und setzte meine Studien nach meiner Rückkehr in die USA fort.
Insgesamt waren die  vedischen Astrologen viel besser als jeder westliche Astrologe, den ich je getroffen bzw. von dem ich etwas gelesen hatt7e – sowohl in ihrer Prognosefähigkeit als auch im Verständnis der menschlichen Natur und in ihrer Fähigkeit,  sinnvoll zu beraten. Aufgrund der direkten Verbindung zwischen vedischer Astrologie, Yoga, Meditation, Ayurveda und der gesamten vedischen spirituellen Tradition bekam ich immer intensiveren Zugang zur vedischen Astrologie und hörte allmählich damit auf,  westliche Astrologie zu praktizieren. Seit 1991 bin ich nur noch als vedischer Astrologie tätig.

Was sehen Sie als Hauptunterschied zwischen der westlichen und vedischen Astrologie?
Im alten Indien beinhaltete Jyotisha Astronomie, Mathematik und Astrologie. Die Brahmanen, die Priesterklasse, mussten alle drei Zweige dieser Wissenschaft studieren. Die vedische Astronomie und Astrologie basieren beide auf dem siderischen Tierkreis, wo die Konstellationen äquivalent sind mit den Tierkreiszeichen. Im Gegensatz dazu basiert die westliche Astrologie auf dem tropischen Tierkreis, der auf der Position der Sonne basiert zur Zeit der Frühlings-Äquinoktie – und nicht auf der tatsächlichen Position. Es gibt einen Unterschied von etwa 23 Grad zwischen dem Ausgangspunkt des tropischen und siderischen Tierkreises. Es gibt etliche andere Berechnungssystem in der vedischen Astrologie, die in der westlichen Astrologie unbekannt sind oder nicht angewendet werden, wie z. B. der 120 Jahre dauernde Karma-Zyklus, 15 Unterhoroskope,  27 Mondhäuser, Nakshatras, die detaillierte Aussagen z.B. auch über die karmische Vergangenheit liefern

Betrachten Sie Astrologie als eine Wissenschaft?
Ja, ich betrachte Jyotisha als eine spirituelle Wissenschaft. Denn das Ausüben dieser  Astrologie erfordert auch Kenntnisse in Astronomie, Astrophysik, Mathematik und der Geschichte der Menschheit. Das alles gepaart mit spiritueller Intuition, gesundem Menschenverstand, Erfahrung, der Fähigkeit zu beraten und dem Wunsch den Menschen zu helfen, ein sinnvolleres Leben zu führen. Die Astrologie als angewandte Wissenschaft hilft uns, unser Evolutionspotenzial als spirituelle Wesen zu verstehen, die auf diesem Planeten eine Erfahrung in einem menschlichen Körper machen.
Obwohl die Astrologie wie eine Straßenkarte verwendet werden kann, die uns durch die Hindernisse des Lebens führt, sehe ich ihren eigentlichen Nutzen in ihrer spirituellen Natur. Durch vedische Astrologie können wir die unserer Existenz zugrunde liegende Einheit erkennen, die kosmische Verbindung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos. Sie kann ein Tor zum mystischen Erwachen sein, ein Fenster ins Unendliche, ein Pfad zur Selbsterkenntnis..

Die vedische Astrologie ist in den USA populärer als in Europa – warum?
Die Amerikaner sind  im Vergleich zu den Europäern prinzipiell aufgeschlossener und gewillt,  mit neuen Möglichkeiten zu experimentieren, neuen Ideen, neuen Lehren. Vielleicht ist es auch die erstaunliche Genauigkeit der Vorhersagen. Auch die tiefe Verbindung zur Vedanta-Philosophie spielt sicher eine Rolle. Außerdem gibt es viel mehr englische Bücher über vedische Astrologie.

Wie ist das Verhältnis zwischen Ayurveda und vedischer Astrologie?
Jyotisha und Ayurveda haben in der vedischen Tradition seit jeher eine enge Beziehung. Sie benützen die gleiche Terminologie und die gleiche spirituelle Philosophie. Die Planeten und Tierkreiszeichen stehen mit bestimmten Körperteilen in Verbindung, mit bestimmten Gesundheitskonditionen und bestimmten natürlichen Heilmitteln.
Tatsächlich sind die meisten Vaidyas (Ayurveda-Ärzte) Kenner des Jyotisha und die meisten Jyotishis sind vertraut mit den Grundlagen des Avurveda. Es gibt günstige Zeiten, um Kräuter zu ernten, Medizin zuzubereiten, Medizin einzunehmen, um den größten Nutzen zu erzielen. Es gibt Astrologen, die eine genaue medizinische Diagnose erstellen, die Schwere der Krankheiten erkennen, die ihr zugrunde liegenden karmischen Gründe aus früheren Leben ermitteln und das Ergebnis einer Behandlung vorhersagen können. Selbstverständlich erfordert es ein langjähriges Studium und sehr viel Praxis, um diese Meisterschaft zu erlangen.
Vielen Dank für dieses Interview!
 
Stephen Quong hat u. a. bei dem berühmten indischen Astrologen Dr. B. V. Raman studiert.  Er war und ist noch immer einer meiner wichtigsten Lehrer der  indischen Astrologie.
Ich biete sowohl westliche, psychologisch orientierte Beratungen, als auch vedische astrologische Beratungen an, in die auch Heilmittel wie Meditation und Mantras integriert sind. Näheres unter


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