Spiritualität - von der Raupe zum Schmetterling

Bruno Würtenberger - Autor bei ViGeno

Von der Raupe zum Schmetterling

 

von Bruno Würtenberger -

 

Der spirituelle Schüler gleicht einer Raupe, der Meister dem Schmetterling.
Der Meister kann dem Schüler niemals verständlich machen, was er meint. Er kann ihm zwar von seinen Erlebnissen und Erkenntnissen berichten, aber so wirklich wird der Schüler dies nicht verstehen können.

Der Schmetterling kann der Raupe nicht helfen. Stell Dir vor, der Schmetterling berichtet vom Fliegen, von den wunderbaren Wiesen und Blumen, von der Weite des Himmels und davon, wie er sich vom Winde tragen lässt. Das ist ja alles schön und gut, aber die Raupe weiß nichts damit anzufangen.

Der Meister muss dem Schüler Lust auf ganz bestimmte Erfahrungen machen. Das ist das einzige, was er tun kann. Der Meister lehrt nicht, wie fälschlich angenommen, die Wahrheit, das geht nicht. Er vermittelt vielmehr Energie und dient als Katalysator um den Schülern gewisse Erfahrungen zu ermöglichen. Der Meister weiß, dass die Wahrheit nicht gesagt, sondern bloß erfahren werden kann.

Die Raupe existiert, im Gegensatz zum Schmetterling, als Ego. Dies macht sie so unfrei und erdverhaftet. Sie hat keine Flügel und weiß nichts von der Leichtigkeit des Lebens. Höhepunkt eines solchen Daseins ist die Selbstverhärtung welche in einer starren Verpuppung endet. Nun ist die Raupe vollkommen abgetrennt und isoliert von der Welt.

Sie wird gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen und wird so lange keinen Ausweg mehr finden, bis die ultimative Transformation geschieht und sie förmlich aus der Schale, dem Gefängnis ihres Egos aussteigt. Ohne dass diese Verwandlung geschieht bleibt ihr nichts anderes übrig, als von einem besseren Leben in Freiheit zu träumen und es wird auf ewig ein Traum bleiben.

Der Unterschied von der Raupe zum Schmetterling ist, dass die Raupe nicht weiß, dass sie in Wahrheit, im Kern ihres Seins, ein Schmetterling ist. Der Schmetterling jedoch weiß, dass er eine Raupe gewesen ist und weiß, dass er ein Schmetterling ist. Der Meister ist sich seiner selbst bewusst, der Schüler noch nicht.

Erst wenn Du Dich Dir selbst gegenüber enthüllt und aus dem Kokon Deines Egos hinausgeschlüpft bist kannst Du Deine Flügel ausbreiten und Dich wahrhaftig über Dein bisheriges Raupendasein emporschwingen. Das einzige was der Schmetterling tun kann um der Raupe zu helfen ist, er kann vor ihr in der Luft, im Lichte der Sonne tanzen. Er kann vor ihr von Blüte zu Blüte fliegen, sich am wundervollen Nektar laben und seinen luftigen Lebenstanz genießen.

Der Meister kann, in dem er vor der Raupe einfach lebt und sich dem Fluss des Augenblickes hingibt, der Raupe ein Beispiel sein. Je länger eine Raupe nun den Schmetterling beobachtet, ihm zuschaut und seine Lebensfreude, seine gelassene Leichtigkeit und sein Urvertrauen bewundert, desto eher keimt in ihr der Wunsch auf, dem Schmetterling gleich zu werden.

Ja, nun hat der Meister des Schülers Sehnsucht nach Freiheit, nach Freisein geweckt. Dies ist das einzige was er für ihn tun konnte. Und wenn die Sehnsucht der Raupe den Zenit erreicht hat, dann beginnt die Transformation. Und es ist nicht so, dass der Raupe dann gleich Flügel wachsen, was will denn eine Raupe schon mit Flügeln... hm... eine geflügelte Raupe... ich glaube nicht, dass sie zum Fliegen geeignet wäre...

Nein, das Wunder der Verwandlung beginnt damit, dass der Schüler in einen tiefen ja, den tiefsten Abgrund steigt. Er verpuppt sich, er kehrt in sich ein so tief wie nur irgend möglich! Er leidet, verzweifelt und droht wahnsinnig vor Schmerz zu werden. Nicht vor körperlichem Schmerz, sondern psychischen Leid. Er fühlt vollumfänglich den Schmerz eines Schmetterlings welcher unendlich lange als Raupe sein Dasein verbracht hatte. Dieser Schmerz ist der Beginn der Erleuchtung.

Somit muss der Meister seinen Schüler in den Schmerz hineinführen. Er tröstet nicht, er beruhigt nicht im Gegenteil. Es ist höchst beunruhigend einem wahren Meister zu begegnen. Er wird Dein Leben zerstören, kein Stein auf dem anderen belassen und Dich an die Grenzen Deiner Grenzen bringen. Ja, der Raupe wird es Angst machen sich vorzustellen zu fliegen.

Sie sieht bereits ihren Tod, ihren Absturz vor dem geistigen Auge und wird sich mit allen Mitteln zu wehren versuchen. Doch der Meister antwortet nicht auf die Raupe, sondern auf den Schmetterling in ihr. Der Meister spricht nicht zum Schüler, denn im Schüler liegt kein Verständnis dafür, er spricht zum Meister in Dir, als Meister zum Meister.

Er weiß, dass Dein höheres Bewusstsein, wenn es gegenwärtig auch noch unbewusst ist, ihn trotzdem versteht. Deshalb scheint es, als würde der Meister Deine Fragen nicht beantworten... die Raupe fühlt sich unverstanden vom Schmetterling... Und deshalb besteht die größte Herausforderung darin, dem Meister zu vertrauen. Er weiß, wer er ist und somit weiß er auch, was er tut. Die Raupe weiß das nicht und sie weiß auch nicht, dass sie das nicht weiß.

Erinnere Dich: „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun...“ Nur ein Meister kann solches, ohne Bewertung, sagen. Ja, selbst wenn der Schüler sich gegen den Meister auflehnt, ihn verleumdet, ans Kreuz nagelt, foltert und umbringt, selbst dann strömt die vergebungsvolle Liebe aus seinem Herzen zu Dir.

Der Meister ist in der Tat wie ein Schmetterling, selbst aufgespießt, tot und hinter Glas weckt er in den Menschen den Sinn für Schönheit, Anmut und Freude aus. Durch nichts mehr lässt sich die Schönheit einer verwandelten Raupe aufhalten. Der Schmetterling existiert nicht mehr als Ego, er ist keine Raupe mehr und wurde sich bewusst, dass er auch nie eine gewesen ist. Er hat sein wahres Sein verwirklicht und ist in eine Schönheit eingetaucht welche durch nichts zerstört werden kann.

Im kommenden Artikel zeige ich euch auf, warum den Schmetterling nicht lesen kann!

Herzlichst
© Bruno Würtenberger
Bewusstseinsforscher/Schweiz
www.freespiritinfo.com

Hier findest Du mehr interessante Sichtweisen rund um das Thema "Spiritualität" von Bruno Würtenberger.

 


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Mehr zum Autor dieses Artikels

Bewusstseinsforscher & Begründer des Free Spirit®-Bewusstseinstrainings

Begründer des Kinderhilfswerks "Free Spirit®-Compassion", Schriftsteller und Journalist (Mitglied; ENA, GNS, Syndicom)

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