Ganzheitliche, spirituelle Künstlerin. Persönliche Schutzengel-, MeisterEssenz- und Wunschbilder. Lehrerin für „Angel Spirit Energy“.
Engel: Einfach SEIN
Einfach SEIN
von Sonja Ariel von Staden
Ein Appell an alle Stress-Junkies und Glücks-Legastheniker (wie mich)
Halt, stopp! Wo ist die verflixte Bremse? Hat sie jemand abmontiert?
Wie halte ich meinen ICE an, der langsam das Tempo eines TransRapid erreicht?
Kennt Ihr das, wenn das Leben mal wieder eine Geschwindigkeit bekommen hat, dass jedem Außenstehenden schwindelig wird - und Ihr nix davon bemerkt? Ich wundere mich oft, dass mich die Menschen fragen, wie ich mein Arbeitspensum immer wieder steigern kann. Meine erste Antwort ist im Regelfall: „Es macht einfach unglaublich viel Spaß! Wenn Arbeit zu bezahltem Urlaub wird, ist es die wahre, himmlische Berufung.“
Das ist aber nur die eine Seite der glänzenden Medaille. Die andere ist genauso tückisch wie eine blühende Sumpflandschaft in der Mittagssonne - eine falsche Abzweigung vom liebevoll angelegten Wanderweg und zack! - schon plantscht man bis zur Hüfte in brackigem Wasser und wird von erschrockenen Fröschen empört angequakt.
Die Tücke in dem Spiel, das wir Leben nennen, besteht darin, dass selbst das, was sooooviel Spaß macht, schneller zu einem wahren Gewaltakt ausartet, als man „Ich hab mal wieder Stress“ aussprechen kann! Oh, dieses so überstrapazierte, ausgelutschte Modewort. Dabei ist Stress eine Bezeichnung für so ziemlich alles, was zu viel wird, zu dicht, zu schnell und auslaugend. Für alles, was eben KEINE Freude mehr macht, obwohl es einst, in fernen Zeiten, so gewesen sein mag.
Wie alle wissen, die mich kennen, liebe ich mein Leben über alle Maßen. Und ich liebe mich. Das war mal ganz anders, doch zum Glück kann sich alles ändern (und genau deshalb schreibe ich meine Kolumne, um Euch davon zu überzeugen). Einst war ich eine totale Glücks-Legasthenikerin. Ich hatte keine Ahnung, wie schön das Leben sein kann. Man sah es mir selten an, denn ich habe mich diszipliniert zu einer Zwangs-Optimistin erzogen, doch ganz ehrlich: Das ist nicht das Ei des Kolumbus.
Also habe ich alle Hebel in mir und um mich herum in Bewegung gesetzt, um heraus zu finden, wie ich glücklich werden kann. Ich habe geforscht, gelesen, gefragt. Habe Antworten erhalten. Und viel gelernt.
Und was ist heute?
Ich habe den absoluten Traumberuf, der alle meine Talente fordert und fördert, habe Freude an den meisten Dingen, die ich täglich tue und erzähle laufend anderen Menschen davon, wie sie noch glücklicher werden können. Es funktioniert sogar bei ihnen.
Weil ich so gerne eine „Glücks-Dienstleisterin“ bin, die ihre ganze Freude im Dienen und Leisten hat, die nur so platzt vor lauter Ideen, wie man das noch optimieren kann, bleibe ich als Sonja-Privat-Mensch manchmal auf der Strecke.
Ich verhuddel mich mit Karacho in Kleinigkeiten, finde kein Ende am Tag, wenn ich mache und tue - und merke nicht, dass mein Lebens-Porsche mit Vollgas an der Kapazitätsgrenze angelangt ist und kurz davor ist, laut aufheulend vor die nächste Burn-Out-Wand zu fahren. Der Tank ist leer, der TÜV längst überfällig und überhaupt - wann habe ich das letzte Mal frei gehabt??
Also - zurück zum Anfang: wo ist die verflixte Bremse?
Aaaah, gefunden! Hab ich doch endlich gemerkt, dass nix mehr geht! Mein Körper wird langsam ungeduldig, weil er es wenig spaßig findet, permanent auf Reserve zu laufen. Auch wenn ich ihn brav und achtsam nur mit dem Allerbesten füttere, so braucht er dennoch zwischendrin mal eine Entspannungs-Rast, um den übertourten Motor abzukühlen.
Was also tun?
Mein über alles Geliebter macht den weltbesten, trotzdem für mich völlig absurden Vorschlag, ein paar Tage - am besten mehrere Wochen - eine Auszeit zu machen. Hilfe!! Wie soll das denn gehen? Von Vollgas auf Null herunter schalten? Himmel hilf!
Ich schalte lieber langsam und angemessen abwärts. Von meinen Dauer-Power-14-Stunden-Tagen mal auf, naja, sagen wir.... 10 Stunden? Klingt haarsträubend? Ist es auch! Wann hatte ich das letzte Mal ein freies Wochenende mit meinem Herzblatt? Das muss Ewigkeiten her sein. Mal wieder in die Sauna, mal wieder zu einem Konzert, mal wieder bei einem leckeren Nachmittags-Bio-Milchkaffee eine Runde Carcassonne spielen... seufz.
Entschleunigen will gelernt sein. Es tut fast körperlich weh, aus dem Hamsterrad heraus zu hüpfen, doch ich weiß aus leidiger Erfahrung, dass ein Weiterrennen noch schmerzhafter sein kann. Also - allez hopp!
Da steh ich nun, keuchend, nach Luft schnappend und mit Fragezeichen auf der Stirn. Im Hotel bin ich angekommen - was für ein Akt, das Richtige zu finden und mich zu entscheiden. Mein Kopf schmerzt vor Angst, ob ich die „Langeweile“ überhaupt ertrage!
Mal nix tun, nur ein bisschen wandern, mal wieder eine Zeitschrift lesen oder ein Buch. Mal einfach im Sonnenschein unter einer Tanne sitzen und fühlen, lauschen, tiiiief atmen...
Herrje! Unfassbar, dass es schwierig sein kann, mal nicht überdiszipliniert rund um die Uhr zu funktionieren. Dass es immer noch passiert, dass ich vor lauter Konzentration das Atmen vergesse und meine Umgebung nicht mehr rieche... all das geschieht im allgegenwärtigen Stress.
Mein umfassend interessierter Ehemann informierte mich kürzlich, dass dabei sogar die Zellen leiden! Sie teilen sich kaum noch, verkrampfen sich und halten mit allem inne, was eine Zelle sonst mit Freude tut. Stimmt, ich fühle mich in meinen heißen Arbeitsphasen manchmal wie Quasimodo - klein und verschrumpelt, total zusammengefallen. Meine Muskeln vermitteln mir das Gefühl, dass sie es für besser halten, sich langsam in Stahlbeton zu verwandeln, denn sie müssen soviel tragen wie ein Sattelschlepper unter Vollbeladung. Und mein Darm grummelt lauthals seinen Ärger heraus.
Da bleibt nur eines: einfach hier mitten im schönsten Taunus-Mischwald hinsetzen und wieder ausdehnen. Das innere Vakuum mit der süßen Melodie zwitschernder Vögel und zirpender Grillen im Sonnenschein füllen, die Hände über weiches Moos und Gras tasten lassen, den Duft einer köstlichen, im Wald selbst gepflückten Himbeere erschnuppern und sie dann voller Dankbarkeit mit der Zunge am Gaumen zerdrücken und den einzigartigen Geschmack entfalten lassen. Was für ein Leben, was für eine wundervolle Welt!
Sogar mein verschrumpeltes Hirn, das ich mit Ruhe und überwältigenden Natureindrücken sorgsam füttere, beginnt langsam wieder, kreative Energie zu entfalten. Dummerweise geschieht es nämlich in Phasen von Mega-Stress, dass sich nix mehr tut auf der grauen Festplatte innerhalb meines Köpfchens. Warum sollten sich meine Neuronen auch daran vergnügen, auf Dauerfeuer zu rotieren? Irgendwann ist selbst die ausdauerndste Nervenzelle einfach nur noch apathisch.
Jetzt ist Schluss damit.
Draußen scheint die Sonne. Ich laufe noch eine Runde. Halte inne, wenn es mir Spaß macht, gehe langsam oder schnell, klettere oder trippele, atme, schnuppere und erlaube mir einfach, rundum und ganz und gar glücklich zu sein.
Den Tank meines Lebens-Porsches auffüllen, den ICE stoppen und gemütlich einen Kräutertee im nächsten Bahnhof trinken...
Basta!
Und Euch wünsche ich das auch!
Eure Ariel, die hoffentlich bald Entspannte
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Gabriel spricht:
“Verabrede Dich heute zu einem Rendezvous mit dir Selbst. Gehe ins Kino, ins Theater oder lese ein Buch ... etc. Es ist ein Treffen mit dem wichtigsten Mensch in Deinem Leben. Lasse es zu einem Fest werden. “
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