Psychologie: Heilkraft

Peter Classen - Autor bei ViGeno

Die Heilkraft der Vergebung.

von Peter Classen -

Im Vater Unser Gebet der Christen wird gebetet: „Herr vergib uns unsere Schuld“. Und seid 2000 Jahren beten dies viele Menschen in den Kirchen und zu hause.

Was ist aber Schuld, und gibt es diese überhaupt?
Wenn ein Kind lernen will, was >heiß< bedeutet, muss es einmal etwas heißes berühren, um körperlich das Gefühl von heiß zu erfahren. Erst dann weiß es was heiß bedeutet. Es hat aus dem Fehler, etwas Heißes angefasst zu haben, gelernt.

So wird deutlich, dass wir nur durch Fehler lernen und wachsen können. Sobald wir einen Fehler gemacht und erkannt haben, können wir uns entscheiden daraus zu lernen, und ihn nicht mehr zu wiederholen. Tun wir dies bewusst und mit reinem Herzen, so dürfen wir auch um Vergebung bitten. Sie wird auf dem Fuße geschehen, sowohl in uns selber, als auch im Außen. Lassen sie sich Überraschen.

Was geschieht aber im täglichen Leben.
Macht ein Kind einen Fehler (um zu lernen), sagen die Eltern oder Ausbilder: Ich habe dir doch gesagt, dass das heiß ist. Durch eine solche Aussage wird dem Kind jedoch die Möglichkeit genommen aus dem Fehler zu lernen, und das Gefühl der Schuld erzeugt. Dies ist mit uns allen, ob bewusst oder unbewusst, geschehen.

Im Prozess der Selbstreflektion unseres Lebens können wir dieses Muster erkennen, und unsere gemachten Fehler kommen ans Licht. In diesem Licht können wir jetzt um Vergebung bitten, und das Gefühl der Schuld weicht Stück für Stück.

Dieser Prozess ist jedoch eine persönliche Sache, und ich darf nur für die Vergebung meiner Schuld bitten. Deshalb lehrte Jesus uns auch: „Wenn ihr beten wollt, geht in eure Kammer, und verschließt die Tür“. Wenn ich heute das Vater Unser spreche, bete ich: „Herr vergib mir meine Schuld“.  

Dadurch übernehme ich die Verantwortung für alles, was ich in meinem Leben getan habe und tue. Und so bleibt die Schuld Anderer auf ihren Schultern, wo sie auch hingehört. In diesen Prozess muss jeder für sich gehen.

Lasst uns und unsere Kinder wieder aus Fehlern lernen, und die Schuld darf ins Reich der Illusionen zurückgehen. Denn da gehört sie hin.

Wir können jedoch noch einen Schritt weiter gehen, und das Wort „Fehler“ durch >eine Erfahrung machen< ersetzen. Dann gibt es nicht einmal mehr einen Fehler, und wir sind frei, um Erfahrungen zu machen und zu lernen.

Ihr Peter Classen

 


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