Seminare bei Oliver Unger drehen sich rund um das Thema authentisches Sein. Durch unterschiedliche Zugänge lernen die Teilnehmer, dem Bauch zu lauschen, ihrer Intuition zu vertrauen und mehr und mehr sie selbst zu sein.
Das innere Straßenkind
Das innere Straßenkind
Ein spiritueller Reisebericht über ehrenamtliche Arbeit mit Straßenkindern in Nicaragua
von Oliver Unger
15. Woche
Tagebucheintrag 8. Juli - Innere Straßenkinder
Eine Freundin und Leserin dieses Berichts schrieb mir heute per E-Mail, dass sie auch „innere Straßenkinder” habe. Das ist für mich der Satz des Monats. Innere Straßenkinder. Was sind meine „inneren Straßenkinder”?
Mein innerer Jonathán: Manchmal hasse ich mich selbst. Einfach so. Kein Mensch weiß, warum- ich auch nicht. Das ist dann einfach da. Und ich würde mir am liebsten irgendeinen Körperteil ausreißen. Sex und Liebe zusammen, beides mit einer Person? Früher: Nein. Heute zum Glück JA.
Mein innerer Francisco: Ich bin fröhlich, wenn mich jemand anspricht, sonst eher nachdenklich. Aber manchmal, von einer Sekunde auf die andere, zieht sich der Himmel zu: Depression. Kein Mensch weiß, warum, nicht mal ich selbst. Es ist einfach da.
Meine innere Ana María: Ihr könnt machen, was ihr wollt, ich mache sowieso, was ich will.
Meine innere María Auxiliadora: Ich öffne mich für das, was mich interessiert. Aber sonst für nichts. Heftig, mir das einzugestehen. Aber so ist es.
Meine innere Zenia: Manchmal falle ich einfach in mich selbst hinein und bin weg. Plöpp - Augen nach innen. Nicht mehr ansprechbar.
Mein innerer Rodolfo: Wenn es mir zu viel wird, ziehe ich mich zurück. Ich werde ganz still. Oder ich betrinke mich. Nicht mit Alkohol. Das geht auch mit Workaholismus.
Mein innerer Manuel Salvador: lebt nicht. Ist vor vielen Jahren gestorben. Das schmerzt mich sehr. Wenn er noch leben würde, würde er einfach drauflosschreien, völlig wirr und sinnlos mit seinem offenen Herzen durch die Gegend laufen. Und wenn Gefahr in Verzug ist? Feste (!!!) draufhauen!
Meine innere Karla: lebt nur manchmal. Meistens ist sie still. Sie hat Angst vor Konsequenzen. Aber wenn sie sich sicher fühlt, dann tanzt, singt und lacht sie – egal, was andere denken. Schade, dass sie nur so selten da ist.
Mein innerer Ernesto: denkt ständig nur an Sex. Und wenn nicht, dann schläft er oder fühlt sich schlapp.
Weitere Erfahrungen zu meinem spirituellen Reisbericht gebe ich Ihnen gerne in der nächsten Woche. Ich freue mich über jede Rückmeldung und jede Frage.
Herzlichst Ihr Oliver Unger
Unterstütze das Buchprojekt „Rohdiamanten“ mit einer Spende (für Lektorat etc.). Der Erlös aus dem Verkauf des fertigen Buches schafft eine regelmäßige Spendengrundlage für die Straßenkinder in der Stadt Granada, Nicaragua. Mehr Information findest Du auf http://tiefberuehrt.de/page/hilfe-fuer-nicaragua
Es danken Dir im Voraus Oliver Unger, Projekt-Förderer Bernd V., Lektorin Michélle P., Jonathán, Karla, Ana María, Francisco und Freunde aus Granada, Nicaragua
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