Heil werden - heil sein - Teil 15 - Traumkörperarbeit

Traumkörperarbeit

In unserer Kindheit ist es für uns selbstverständlich gewesen multidimensional zu leben, wenn wir dies auch nicht bewußt getan haben. Ich habe als Kind bei meiner Großmutter immer Wolfsohren auf der Bettdecke gesehen. Es war dunkel, ich war allein mit den Wölfen und das machte mir Angst. So rief ich laut nach meiner Oma. Sie kam und machte das Licht an, damit ich sehen konnte, daß es nur das Laubmuster auf der Steppbettdecke war. Ich glaubte ihr so lange, bis das Licht wieder aus und sie aus dem Zimmer war. Du hast so etwas sicher auch in Deiner Kindheit erlebt oder erlebst es jetzt gerade als Mutter, Vater, Oma oder Opa anders herum.

Ich träumte als Kind aber auch öfter davon, als Hund zu rennen. Ich rannte in dieser wunderbar kraftvollen Verkörperung die Straße in der wir wohnten entlang. Ich genoß die Freiheit, die Muskelkraft und die ursprüngliche Verbundenheit, meine Instinkte. In dieser Zeit wollte ich auch oft Milch aus einer Schale vom Boden schlappern. Ich spielte Hund und manchmal auch Katze. Meine Eltern ließen mich gewähren und so zähmte ich spielerisch und unbewußt mein Tier.

Auch, wenn es letztlich mehr Schritte brauchte - mit jeder Entwicklungsstufe kommen neue Herausforderungen (man denke nur an die Pubertät) - um “den Wolf in mir” heimzuholen, weiß ich heute, daß ich das wilde Tier in mir nicht fürchten muß. Es ist ein guter Verbündeter. Der Wolf - oder sein Nachfahre der Hund, der sich an den Menschen gewöhnt hat lehrt mich viel.

Dies ist ein Beispiel, daß nicht nur im Träumen selbst, sondern auch in anderen Bewußtseinszuständen das Träumen weiter geht und wir so die Möglichkeit haben, die Botschaft, einen Anteil oder eine Lösung aus den anderen Ebenen zu empfangen und zu integrieren.

In meinem Beispiel zeigte sich diese Botschaft im Schlaf - Traum, im Dämmerzustand vor dem Einschlafen und im Alltagsbewußtsein.

In einer Lebensphase, in der ich mehr bettlägerig als agil sein konnte, war es mein Traumkörper, der wild rannte, spielerisch tobte und Kapriolen schlug, wohingegen in einer persönlichen Lebenskrise mein Traumkörper mich anleitete, wie ich mit den immensen Energieschüben umgehen konnte ohne zu zerbersten. Als ich Jahre später  Yogaunterricht nahm erkannte ich, daß einige Übungen denen glichen, die mir mein Doppelgänger gezeigt hat.

Wenn wir also wieder lernen, mit unserem Doppelgänger bewußten Kontakt zu pflegen ist das, als holten wir den lange vermissten Zwilling nach Hause, mit all seinen Geschenken, die er aus der Anderswelt mitbringt.

Natürlich versucht „der Andere“ permanent mit uns in Verbindung zu treten – was es für uns dann umso leichter macht! – und er tut dies z. B. über eine Veränderung in der Stimme, bestimmte Körperhaltungen und Körperbewegungen, Körpersymptome, Krankheiten und auch in Träumen.

Übung:

Setze Dich bequem hin, komme ganz zu Dir und Deinem Körper. Spüre Deinen Atem ohne ihn absichtlich zu verändern. Öffne Dich dem, was in Dir auftauchen möchte. Welche Wahrnehmung zeigt sich dabei im Vordergrund? Ein Körperschmerz, eine Emotion, eine Situation, die Du erlebt doch noch nicht ganz verdaut hast? Verfolge aufmerksam, was sich Dir zeigt.

Nun lenke Deine Aufmerksamkeit auf eine Wahrnehmung die völlig im Hintergrund ist.
Vielleicht ein leichtes Summen im Ohr, ein Zucken im Muskel u. a. Greife dies auf, wende Dich dem ganz zu und wenn da eine körperliche Erscheinung ist (ein Zucken od. ä.) verstärke langsam diese Bewegung. Dann lasse Dich führen – vielleicht wird ein Tanz daraus oder ein statische Körperhaltung, erforsche diese ganz.

Was löst dies in Dir aus? Welche Emotionen, Bilder, Gedanken, Erinnerungen tauchen auf?
Wenn es z.B. das Summen im Ohr ist, greife das Summen selbst auf. Summe mit und lass Dich von dem Ton/ den Tönen weiter führen. Vielleicht wird ein Lied daraus, ein rhythmischer Klang der Dich zum tanzen animiert oder es steigen Bilder in Dir auf wie z.B. ein Bienenschwarm. Folge allem, was sich in Dir aufträumt.

Im Anschluß frage Dich, was dies mit dem Thema/ Symptom zu tun hat, das als erstes in Deiner direkten Aufmerksamkeit gestanden hat. In welcher Weise gibt Dir das aus der zweiten Aufmerksamkeit Erfahrene einen Hinweise, eine Antwort darauf.

Es kann sowohl der Zusammenhang deutlicher werden, wie auch daraus ein Lösungsweg für Dich sichtbar werden. Lasse Dir dafür Zeit und achte auf Synchronizitäten in der nächsten Zeit.

Schreibe Deine Eindrücke und Erfahrungen auf.

Fortsetzung folgt....

Ich freue mich auf Dich!

* Lese in der nächsten Ausgabe von Feng Shui heute:

Feng Shui und Schamanismus - Urwurzeln des Feng Shui

* und in der Zeitschrift Visionen:

Schamanische Praktiken in der westlichen Psychotherapie


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