Loslassen als Strategie für Glück und Lebensfreude (Teil 4)
Einfach mehr Lebensfreude
Bestimmt haben auch Sie schon einmal in Ihrem Leben die Bekanntschaft mit dem Greifreflex eines Säuglings gemacht. Streicht man diesem über die Handinnenflächen, greift das Baby mit unerwartet hohem Kraftaufgebot zu. Was es in der hält, lässt es erst einmal nicht wieder los. Der Greifreflex wurde ausgelöst, mit dem das Kind sogar sein eigenes Körpergewicht halten kann.
Affenbabys brauchen diesen Reflex, um sich am Fell der Mutter festklammern zu können. Bei Menschenbabys kann der Greifreflex noch etwa bis zum 4. Monat anhalten, anschließend wird er vom bewussten Greifen abgelöst.
Manchmal ergeht es uns auch im Erwachsenenalter noch ähnlich. Dann nämlich, wenn der „seelische Greifreflex" ausgelöst wurde.
Wir kanalisieren dabei sozusagen unsere Aufmerksamkeit auf die peinigende Angelegenheit aus der Vergangenheit. Indem wir uns darauf ausrichten, erleben wir all die damit verbundenen unangenehmen Gefühle wieder und wieder. Gefühle wie Hass, Verzweiflung, Eifersucht oder Traurigkeit bekommen schlichtweg viel zu viel Raum.
Da wir unangenehme Gefühle aber lieber abwehren als uns mit ihnen zu beschäftigen, bleibt dann oftmals nur so ein unangenehm diffuses Gefühl oder auch körperliche Reaktionen, wie Verspannungen oder Schlafstörungen.
Sicherlich haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, dass Sie in einem zufriedenen und ausgeglichenen Zustand widerstandsfähiger sind. Eine spitze Bemerkung der Nachbarin prallt dann an einem ab und die Erkältung des Partners zieht spurlos an einem vorbei. Zerren aber Anspannung und Stress an uns, werden wir anfälliger für Kleinigkeiten und erkranken schneller. Seelische Spannungszustände beeinträchtigen Gesundheit und Wohlbefinden in vielfältiger Weise beeinträchtigen können. Das ungesunde Festhalten kann man sich wie einen Zustand in Dauerspannung vorstellen.
„Warum gerade ich", fragen sich dann viele Menschen oder „warum passiert so etwas immer wieder mir?"
Manchmal hofft man noch nach langer Zeit auf die ausgleichende Gerechtigkeit oder zumindest eine Art Entschädigung, die einen wieder stabilisiert und ins innere Gleichgewicht zurückbringt.
Immer wieder verfallen wir dem Trugschluss, dass ein anderer Mensch, ein Ereignis, eine Sache oder die Umstände für unser Befinden verantwortlich sind. Doch gerade damit machen wir uns abhängig vom Außen. Menschen, Meinungen, Gedanken und Erlebnisse kommen und gehen. Wir beherrschen sie nicht und können sie nur teilweise kontrollieren.
Manchmal brauchen wir körperliche Symptome, um uns einzugestehen, dass wir in eine innere Schieflage geraten sind.
Wenn Sie sich in einigen dieser Hinweise wieder finden können, ist es vielleicht doch an der Zeit, etwas loszulassen, um das innere Gleichgewicht wieder herzustellen.
Wer die Vorstellung loslässt, dass andere Menschen oder äußere Ereignisse für die eigenen Gefühle verantwortlich sind, wird rasch feststellen, dass man dadurch freier wird und selbstsicherer. Wer frei ist, kann Entscheidungen fällen und muss nicht darauf warten, dass sich die Umstände verändern. Wer frei ist, ist ein Gestalter des eigenen Lebens und wird seinen Lebensplan selbst beeinflussen. Er wird für sich und sein Lebensglück sorgen und sich selbst immer wieder ins Gleichgewicht bringen. Wer frei ist, hat Vertrauen in das Leben.
Dies ist ein Auszug aus der Juni/Juli-Ausgbae des Düsseldorfer Magazins "Balance".
Der gesamte Artikel ist auch online nachzulesen unter:
Viel Lebensfreude wünscht Ihre Dörthe Huth
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