Lenormand – Expertin mit eigener Lebensakademie. Veröffentlicht Fernstudien in den unterschiedlichsten spirituellen Bereichen.
Psychologie: Erfolgscoaching Wahrnehmung 3
42. Woche Erfolgscoaching - Verzerrung der Wahrnehmung.
von Amara -
Mechanismen bei der Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Das Johari-Fenster ist ein Modell aus dem Jahre 1955 benannt nach den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph (Jo) Luft und Harry (Hari) Ingham. Aus den beiden Abkürzungen der Vornamen ergibt sich die Bezeichnung des Fensters.
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Es dient als graphisches Schema der bewussten Wahrnehmung in interpersonalen Beziehungen und zielt ab auf die Darstellung der Unterschiede zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung.
Diese können, müssen sich jedoch nicht entsprechen.
Denn was vom Verhalten einer anderen Person jeweils wahrgenommen wird, stellt nur ein Bruchteil von dem dar, was für die wahrnehmende Person in einer bestimmten Situation Bedeutung hat. Ebenso wenig sind auch dem Einzelnen selbst wesentliche Aspekte des eigenen Verhaltens bekannt, bewusst oder überhaupt zugänglich. Vieles davon spielt sich im Bereich des Unbewussten ab.
Wenn man das Fenster mit seinen vier Quadranten betrachtet, erkennt man, dass es sich je nach Bezugssystem anders gestaltet. Z.B. sind dem Außenstehenden im Regelfall im Bezugssystem Partnerschaft größere Teile des Individuums bekannt als im Bezugssystem Arbeit. Im Johari-Fenster würde der Unterschied beispielsweise so aussehen (Abb. 2/3):

In einer neuen Interaktion mit einem bzw. vielen anderen Menschen ist Bereich A sehr klein, da es aufgrund von einer großen Menge an Unbekanntem nicht viel freies Handeln gibt. Man weiß nicht, was die anderen vom einem halten, man schützt sich, ist vorsichtig und all dies schränkt das freie Handeln ein.
Je mehr Vertrautheit entsteht, desto größer wird der Bereich A, also der Bereich, der sowohl den anderen als auch mir bekannt ist, da wir uns freier fühlen, uns immer weniger maskiert zu verhalten.
Dennoch gibt es immer bestimmte Prozesse über die nur wir selbst Bescheid wissen. Hier tummeln sich heimliche Wünsche, Empfindsamkeiten, Dinge von denen wir glauben, dass andere uns hier verletzen könnten oder deswegen ablehnen. Je größer Quadrant A wird, desto kleiner wird Quadrant C, die Bühne, da man weniger maskiert im Zusammensein mit der vertraten Person und mit sich selbst identischer sein kann. A
uch Quadrant B, der „Blinde Fleck“ nimmt langsam ab, da wir durch die Spiegelung im Gegenüber immer weniger blind sein können gegenüber bestimmten uns unbekannten Seiten. Dies betrifft unsere Vorurteile, Gewohnheiten und Vorlieben.
Der letzte Bereich D, der als Bereich des Unbewussten oder Potential bezeichnet wird, ist weder uns noch anderen zugänglich. Laborexperimente von Luft und Ingham zeigen, dass Bereich D, der Quadrant des Unbewussten, in der Realität viel größer ist als in der graphischen Darstellung und sich am langsamsten von allen Quadranten verändert.
Nach welchen Prinzipien verändern sich nun die Größen der einzelnen Bereiche? Hierzu haben Luft und Ingham neun gefunden, die für unsere Arbeit von Interesse sind:
1. Eine Veränderung in irgendeinem der Quadraten berührt alle anderen Quadranten auch.
2. Es fordert Energie, ein Verhalten, das in der Interaktion zutage tritt, zu verbergen, zu leugnen
oder nicht zu sehen.
3. Bedrohung vermindert gewöhnlich das Erkenntnisvermögen; gegenseitiges Vertrauen vermehrt
es gewöhnlich.
4. Erzwungene Selbstwahrnehmungsfähigkeit (Bloßstellung) ist unerwünscht und gewöhnlich
unwirksam.
5. Die Zusammenarbeit mit anderen wird erleichtert durch einen genügend großen Bereich freier
Aktivität. Wenn dieser vorhanden ist, können mehr der in der Gruppe vorhandenen Hilfsmittel
und Fertigkeiten zur Lösung der aktuellen Aufgabe eingesetzt werden.
6. Je kleiner Quadrant I (= Quadrant A) ist, desto schlechter ist die Kommunikation.
7. Jedermann ist neugierig in Bezug auf den unbekannten Bereich, aber Neugier wird durch Sitte,
soziales Training und verschiedene Ängste in Schach gehalten.
8. Sensivität bedeutet, dass man die verdeckten Verhaltensaspekte in den Quadranten II, III und IV
(= Quadrant B, C und D) einzuschätzen weiß und den Wunsch anderer achtet, diese Bereiche
verdeckt zu halten.
Sie sehen in Abb. 4 einen Ausschnitt eines Fragebogens, der im Rahmen der Personalauswahl entstanden ist und den ich nach der Modellbildung von bereits bestehenden Selbsteinschätzungsfragebögen über Persönlichkeitseigenschaften erstellt habe.
Der Proband beurteilt im Fragebogen entweder sich selbst oder eine andere Person hinsichtlich des zwischenmenschlichen Verhaltens, des Denkstils, der Emotion und Motivation. Sie lesen Begriffe wie Lernbereitschaft, Statusorientierung, Beharrlichkeit u.v.m. Für die Verwendung der insgesamt 67 Parameter war ausschlaggebend, ob sie auch nach einer kurzen Kennlernphase einschätzbar sind.
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Es handelt sich dabei zwar um einen Fragebogen, bei dem jeder Anwender zu denselben Ergebnissen kommen kann, er hat aber keine verifizierte Validität und Reliabilität. Es ist z.B. nicht auszuschließen, dass von den Probanden Antworten gemäß sozialer Erwünschtheit gegeben werden. Bei allen Schwächen des normierten Fragebogens kann man Selbst- und Fremdbilder damit jedoch gut vergleichen.
In diesem leeren Fragebogen (Abb. 4) sehen Sie 67 Kriterien zur Selbst- und Fremdeinschätzung.
Auswählbar sind vier Ausprägungen, die mit 0, 1, 2 und 3 von „trifft überhaupt nicht zu“, bis „trifft selten zu“, über „trifft häufig“ und zuletzt „trifft vollkommen zu“ gestaffelt sind.
Wie versprochen, fehlt noch das neunte Veränderungsprinzip von Luft und Ingham. Dieses zeigt zugleich auch den Nutzen des Johari-Fensters.
Das neunte Prinzip lautet: „Ein Tausendfüßler kann ohne Erkenntnisse vielleicht vollkommen glücklich sein, aber er beschränkt sich schließlich darauf, unter Steinen herumzukrabbeln.“
Damit möchten die beiden Folgendes aussagen: „Wie der glückliche Tausendfüßler können viele Menschen großartig mit anderen zusammenarbeiten, ohne darüber nachzudenken, welchen Fuß sie als nächstes gebrauchen sollen. Aber wenn es Schwierigkeiten gibt, wenn die gewohnten Methoden nicht funktionieren, wenn wir mehr erfahren wollen – dann gibt es nichts andres, als unser eigenes Verhalten gegenüber anderen zu prüfen.“
Hier werden implizit zwei Punkte angesprochen: Zum einen die Problemaktualisierung - die Suche nach den Ursachen von Problemen – und zum anderen die Ressourcenaktivierung - neue Methoden finden, um mit den Problemen umzugehen. Dadurch entsteht das Refraiming, das ich Ihnen gerne im kommenden Beitrag erkläre.
Herzlichst Ihre Amara
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