Psychologie: 22. Woche Erfolgscoaching Teil 2 - Positive Effekte der Meditation

Amara - Autorin bei ViGeno

Meditation hat positive Effekte auf Immunsystem und Gehirn

von Amara

Meditation kann sich langfristig positiv auf die Gehirnfunktionen und auf das Immunsystem auswirken. Das berichtet ein Forscherteam der Universität Wisconsin in Madison (USA) in der Fachzeitschrift Psychosomatic Medicine.

Obwohl Meditation schon lange als wirksames Mittel zur Verringerung von Stress und Angst gilt, zeigt die Untersuchung erstmals, dass sie auch einen günstigen Einfluss auf bestimmte körperliche Vorgänge hat.

Auszug aus dem Forschungsbericht zur Meditation:

Die Wissenschaftler um Richard Davidson verwendeten die so genannte Aufmerksamkeits-Meditation. Dabei hat der Meditierende die Aufgabe, sich intensiv auf seine momentanen Gefühle und Gedanken zu konzentrieren, ohne sie jedoch zu bewerten. Die 25 Personen der Meditationsgruppe nahmen acht Wochen lang an einem Meditationskurs teil und meditierten jeden Tag selbst zuhause. Eine Vergleichsgruppe mit 16 Personen erhielt dagegen kein Meditationstraining.

Nach Abschluss des Meditationstrainings untersuchten die Psychologen die Gehirnaktivität im vorderen Bereich des Kopfes.

Frühere Studien hatten ergeben, dass eine stärker linksseitig betonte Aktivität mit positiven Gefühlen zusammenhängt. Tatsächlich zeigten die Meditierenden eine stärkere linksseitige Aktivierung als die Kontrollpersonen, die nicht meditiert hatten.

Zusätzlich verabreichten die Forscher den Probanden am Ende des Trainings eine Grippeimpfung und maßen vier und acht Wochen nach der Impfung die Zahl der Grippeantikörper. Zwar stieg die Zahl der Antikörper im Blut in beiden Gruppen an, jedoch war der Anstieg in der Meditationsgruppe deutlich höher als in der Vergleichsgruppe.

Im Gegensatz zu bekannten Entspannungstechniken wie progressiver Muskelentspannung und autogenem Training ist Meditation nicht nur entspannend und beruhigend, sondern geht viel tiefer und wirkt nachhaltiger.

Die Messungen zeigten, dass sich die Hirnaktivität im Zustand der Meditation deutlich verändert. Wer sich in sein Innerstes versenkt, gerät in eine Art Zwischenwelt - in den Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Dazu muss man wissen, dass in unserem Gehirn je nach Bewusstseinszustand unterschiedliche elektrische Frequenzen messbar sind.

Tagsüber, wenn wir arbeiten, Probleme lösen, einfach wach sind, herrscht der Beta-Zustand. Durch Meditation gelingt es, diesen Wachzustand zu verschieben - obwohl man nicht schläft, gerät man in den entspannteren Alpha-Zustand, in dem sich die Schwingungen der Hirnströme verlangsamen.

Der Effekt: eine Phase höchster Konzentration und ein Gefühl von starker Energie. In dieser Situation werden vom Gehirn beruhigende Botenstoffe produziert, die Stress entgegenwirken.

Wer jahrelange Meditationserfahrung gesammelt hat, schafft vielleicht sogar die Königsklasse und erreicht den so genannten Theta-Zustand: eine noch geringere Schwingungsfrequenz, die auch im Traumschlaf und in Trance auftritt. Dabei sind Kreativität und bildhafte Vorstellungskraft stark aktiviert, auch psychedelische Drogen wie LSD rufen diesen Zustand hervor. Solche Erfahrungen bleiben jedoch nur den wahren Meditationsmeistern vorbehalten.

Normalsterbliche müssen auf diesen Flowzustand anfangs erst mal verzichten, können aber bereits nach wenigen Wochen Meditationstraining die ersten positiven Auswirkungen genießen:
Der Blutdruck und die Pulsfrequenz sinken deutlich, die Atmung verlangsamt sich und wird tiefer, im gesamten Organismus verbessert sich die Sauerstoffzufuhr.

Auch Aggressionen verschwinden zusehends, sobald Jähzornige öfter mal "Omm..." summen. Bereits 300 Kliniken arbeiten in den Staaten mit dem Programm der so genannten "Mindfulness Based Stress Reduction" - also dem Stressabbau durch Achtsamkeit.

Der Erfinder Jon Kabat-Zinn, Verhaltensmediziner und Meditationslehrer, ist überzeugt davon, dass das Suchen nach einem inneren Ruhepol die Selbstheilungskräfte aktiviert. Und die Statistik gibt ihm Recht: In den vergangenen zwei Jahrzehnten nahmen mehr als 12 000 Menschen erfolgreich an seinem Projekt teil. Eine Methode übrigens, die in St. Louis, USA, Straftätern auf Bewährung die Freiheit wiederschenkt: Die Gefangenen müssen dazu an einem Meditationskurs teilnehmen.

Im nächsten Teil geht es darum, was eine Meditation nun wirklich bewirken kann.

Herzlichst Ihre Amara


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